Werden die Bergretter alarmiert, müssen viele von ihrem Arbeitsplatz weg und es ist nicht einfach, genügend Leute zusammenzubringen. Zuletzt waren die Bergretter aus Ferlach sogar bei drei Einsätzen an einem Tag in der Tscheppaschlucht. Dort ist es kaum möglich, Menschen per Hubschrauber zu bergen. Die Retter müssen mit schwerem Gerät zu Fuß kommen.
Bergrettung immer öfter im Einsatz
Bergretter sind heuer in Kärnten besonders gefordert. Immer mehr Menschen wollen zum Wandern in die Berge, überschätzen sich aber oder sind nicht gut genug ausgerüstet. Die Zahl der Einsätze stieg von Jänner bis Juli im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Drittel. Im Mai waren Kärntens Bergretter sogar fast täglich im Einsatz.
Bergrettung: Gefahren werden unterschätzt
Wegen der Hitze seien viele Menschen in der Schlucht unterwegs, sagte Einsatzleiter Emanuel Koschat: „Die Gäste suchen das Kühle, dementsprechend gut frequentiert ist die Schlucht und dementsprechend hoch ist das Risikopotenzial. Das ist auch der Grund, warum wir mehrmals am Tag zu den Einsätzen gerufen werden.“ Die Gefahren werden sehr oft unterschätzt, egal ob hier in der Schlucht oder auf den Bergen.
„Es ist ein alpiner Weg, das heißt, es ist nicht wie in der Stadt ein ebenes Pflaster, sondern hier gibt es Steine und Wurzeln. Wenn es einen Wettersturz gibt oder wenn es in der Nacht einmal gewittert hat, ist es rutschig. Die Leute kommen halt mit leichten Sportschuhen, Laufschuhen bis hin zu Sandalen. Das ist nicht unbedingt immer das beste Schuhwerk für dieses Gelände“, so Koschat.
Fotostrecke mit 7 Bildern
Oft fehlt eine vernünftige Tourenplanung
Manche Wanderer nehmen die Tourenplanung auf die leichte Schulter und verlassen sich im Notfall darauf, dass ihnen geholfen werde, kritisieren die Retter. Im Internet werden oft Touren ausgewählt, die dann gar nicht zu bewältigen seien, warnt der Einsatzleiter: „Die ganzen Apps und die ganzen Tools zum Planen machen es relativ einfach. Es beschäftigt sich keiner mehr mit einer vernünftigen Tourenplanung. Es wird halt einfach drauf losgegangen.“
Als Livegast war am Donnerstag Hannes Gütler, der Chef der Kärntner Bergrettung, im Kärnten-heute-Studio. Auch Gütler bestätigte, dass sich viele Wanderer zu wenig um die Planung kümmern. Das betreffe Touristen, aber auch heimische Wanderer.
Studiogast Hannes Gütler
Hannes Gütler, der Chef der Kärntner Bergrettung, war Gast im „Kärnten-heute“-Studio
Große Herausforderung für Bergrettung
Statt Zeit bei der Arbeit oder mit der Familie zu verbringen, setzen sich die Bergretter gerne für ihre Mitmenschen in Not ein. Doch sie würden sich etwas mehr Vernunft und Verständnis von den Freizeitsportlern wünschen, sagte Bergretterin Christina Wutte: „Bei den steigenden Einsatzzahlen ist es eine Herausforderung, unter der Woche, weil doch viele arbeiten und sich dann die Einsätze häufen. Da ist man dann mannschaftstechnisch manchmal eher knapp aufgestellt.“