Das Zollfeld, das historische Kernland Kärntens, gibt wieder Geheimnisse preis. Vor 25 Jahren wurde auf den Äckern ein Tempelbezirk entdeckt, in dem nun gegraben wird. Das Besondere an diesem Ort: Hier gab es eine große keltische Siedlung im Flachland, schon vor der Okkupation durch Rom um die Zeitenwende.

Hoffnung auf Fund von Metropole Noreia

Bei einer großen archäologischen Grabung neben der Schnellstraße S37 zwischen Klagenfurt und St. Veit sind außergewöhnliche Funde gemacht worden, die auch außergewöhnliche neue geschichtliche Erkenntnisse bringen. Natürlich ist dabei nun auch von der sagenumwobenen keltischen Metropole Noreia die Rede.

„Es ist ein Jahrhundertfund“

Grabungsleiter Heimo Dolenz sagte, den letzten Fund in dieser Form und Güte habe man 1927 im Lavanttal gehabt. „Es ist also ein Jahrhundertfund, das kann man sagen.“

Das Fundament eines eines keltischen Tempels wurde freigelegt. Rund um den Kultstein in der Mitte wurden zahlreiche Votivgaben entdeckt, kleine Gefäße, Schmuck und auch Münzen. Gunda Strohecker vom Förderverein Rudolfinum legt praktisch stündlich Artefakte frei, die aus dem ersten Jahrhundert vor Christus stammen: „Man ist mittendrin in der Urgeschichte. Ich finde das einfach spektakulär.“

Große keltische Siedlung im Tal

Die Funde aus vorrömischer Zeit belegen, dass es eine große keltische Ansiedlung im Tal gab, lange bevor auf dem Magdalensberg eine Stadt entstand.

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In weiterer Folge entstand hier ein dem römischen Gott Mars geweihter Tempel, der nach einem Erdbeben 180 nach Christus, neu auf gebaut wurde, das beweist die Inschrift auf einem großen Stein.

Archäologin Astrid Schmölzer sagte: „In der Flächenausdehnung, die wir haben und in den Heiligtümern, die wir rundherum haben, ist es im Gesamtkonzept etwas sehr Außergewöhnliches. Da sind wahrscheinlich noch einige Überraschungen zu erwarten.“

Es könnte sich um Noreia handeln

Circa acht Hektar groß war diese Stadt, die nördlich von Virunum lag. Römische Münzen aus dem 2. Jahrhundert nach Christus zeigen, dass hier eine pulsierdende Stadt lag. Noch ist dieser Ort namenlos, aber es drängt sich die Vermutung auf, dass die Sagenhafte Keltenstadt Noreia möglicherweise hier stand. Auf dem Magalensberg wurden in 70 Jahren zwei Kisten keltischer Artefakte gefunden. Dolenz sagte, wenn man hier in zwei, drei Gruben diese Menge hier in der Siedlung finde, dann schließe er das nicht mehr aus.

Auch im kommenden Jahr wird es hier wieder eine große Grabung geben und wer weiß, vielleicht wird hier ja das Geheimnis Noreias geflüftet.