An 33 Tagen gabe es in Klagenfurt heuer über 30 Grad, ein neuer Rekord. Viele suchen deshalb Abkühlung, etwa in der Tropfsteinhöhle Griffen. Hier hat es den ganzen Tag über nur 7,5 Grad. Herta Dobrounig ist Vereinsobfrau der Tropfsteinhöhle Griffen. In den Sommermonaten habe man jetzt großen Ansturm, fast jede Führung sei ausgebucht. Geöffnet ist die Höhle jeden Tag. Rund 10.000 Besucher kommen jedes Jahr, Hauptsaison sei der Sommer, so Dobrounig.

Auf der Suche nach Abkühlung

Der EU-Klimawandeldienst Copernicus bestätigt, dass es im Juni und Juli in Europa noch nie so heiß war wie heuer. Um sich bei Temperaturen bis zu 38 Grad abzukühlen, finden die Menschen in Kärnten ganz unterschiedliche Orte. Von Tropsteinhöhlen über kalte Bäche bis hin zu Kirchen. Besonders schwer haben es Obdachlose in der Stadt.

Ebenfalls frisch ist der Waidischbach. Während die Kärntner Badeseen durchschnittlich 26 Grad haben, hat das Wasser aus den Karawanken etwa 15 Grad. Das nutzen die Einheimischen aus und kühlen sich hier ab.

Mehr Patienten mit Hitzschlag

Stefan Neuwersch-Sommeregger, Intensiv-Oberarzt der Barmherzigen Brüder in St. Veit, sagte, beim Abkühlen in den Seen müsse man aufpassen, denn wenn einem heiß sei, erweitern sich die Gefäße: „Wenn man jetzt in einen kühlen See springt, womöglich noch kopfüber, bewirkt man über Reflexe genau das Gegenteil. Das heißt, die Hautgefäße werden eng gestellt. Das Herz muss vermehrt gegen einen Widerstand anarbeiten. Es kommt dann zu einer Herz-Kreislauf-Belastung.“ Das könne auch bei fitten Menschen passieren.

Fotostrecke mit 10 Bildern

Neuwersch-Sommeregger sagte, auf jeden Fall müsse man darauf achten, genug zu trinken. Man könne auch lokal kühlen mit feuchten Umschlägen oder auch kühl duschen. Am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder wurden heuer mehr Patienten mit Hitzschlag behandelt als in den letzten Jahren.

Obdachlose finden Platz im Garten

Obdachlose können der Hitze nur schwer entkommen. Das Eggerheim der Caritas biete etwas Abkühlung, sagte Christian Eile, Bereichsleiter der Caritas Kärnten. „Jetzt im Sommer wundert es uns, dass so viele Menschen da sind, aber das ist der Hitze geschuldet. Wir haben einen Garten mit Schatten und einem Brunnen, da fühlen sich die Besucherinnen und Besucher sehr wohl. Es gibt auch die Möglichkeit, kalte Getränke zu konsumieren.“

Eggerheim an Kapazitätsgrenze

70 bis 80 Besucher kommen pro Tag, was ungewöhnlich viel sei. Man habe das Problem, dass die Klienten nicht im öffentlichen Raum bleiben können. „Es gibt sehr großzügige Alkoholverbotszonen, wir haben Parkanlagen, wo auch Alkoholverbot gilt, so sind diese Räume nicht zugänglich.“ Man habe die Kapazitätsgrenze der Tagesstätte erreicht, so Eile. Man brauche rund 20 Plätze mehr, um alle Bedürftigen aufnehmen zu können.

Hitze werde für Armutsbetroffene ein Thema bleiben, sagte Eile, da gehe es auch um thermische Sanierung von Wohnungen, die so heiß werden, dass man dort nicht bleiben könne. „Wir haben auch das Projekt der Klimaoasen, wo Menschen in der Hitze in Kirchen bleiben können.“