Der Rababach bei Hörtendorf nahe Klagenfurt ist nur noch ein Rinnsal. Im Wasser gibt es kaum Leben, Fische und andere Unterwasserbewohner zogen sich in tiefere Tümpel zurück. Stichprobenmessungen von Gewässerökologen des Landes zeigen 27 Grad Wassertemperatur. Das sei zu warm für viele Tiere, sagte Thomas Friedl von der Abteilung Gewässerökologie des Landes: „Bei diesen kleinen Gewässern ist es schon gravierend. Die Fische haben massiven Stress. Die Wasserführung geht zurück. Normalerweise hier am Rababach liegt eine mittlere Niederwasserführung von 50 Litern in der Sekunde vor. Wir sind jetzt bei einigen Litern pro Sekunde. Das heißt, die Fische können nur noch in irgendwelchen Tümpeln zusammenstehen, sofern die Gewässer nicht austrocknen.“

Austrocknende Gewässer stressen Fische

Die anhaltende Hitze und die extreme Dürre haben auch Folgen für die heimischen Gewässer und ihre Fische. Die verringerten Quellschüttungen und niedrigen Pegelstände lassen kleinere Bäche und Gerinne austrocknen. Die höheren Wassertemperaturen reduzieren den Sauerstoffgehalt und schwächen die Tiere.

Nur wenige Kilometer flussabwärts passierte das bereits. Weil keine neuen Quellen mehr dazustoßen, versickert das Wasser im Untergrund und das Bachbett trocknet aus. Noch bleiben Meldungen von Fischsterben, wie sie es in anderen Bundesländern schon gibt, aber aus. Die Tiere scheinen einem Instinkt zu folgen.

Weniger Quellwasser für die Bäche

„Da kann man jetzt Vermutungen anstellen, ob sie jetzt wirklich so schlau sind und gegen den Oberlauf wandern, sich in Tümpeln zurückziehen und warten, bis wieder das rettende Wasser kommt. Was dazukommt, es gibt überall Wassermangel, man hört ja, die Pools werden befüllt. Wenn das Wasser klarerweise für die Bevölkerung gebraucht wird, hat man auch, wie es sonst üblicherweise ist, kein Überwasser bei diesen Quellstuben, die die Gewässer dotieren“, so Friedl.

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Derzeit keine Notbefischung

Eine Notbefischung von Tümpeln, die Tiere retten kann, musste noch nicht erfolgen. Fischereirevierinhaber sind angehalten, ihre Gewässer zu kontrollieren. Das Land schätzt, dass zehn bis 20 Prozent der Gewässer in Unterkärnten bereits trocken sind oder eine geringe Wasserführung aufweisen.

Das hat auch Folgen für die Fischereiwirtschaft. Fischzuchten müssen mit immer weniger Wasser auskommen.

Warmes Wasser hat weniger Sauerstoff

Markus Payr, der Obmann des Vereins der Kärntner Fischzüchter, sagte, sein Betrieb stehe eigentlich recht gut beim Quellwasser da, aber derzeit habe er drei Teiche ohne Wasser und ohne Fische. Anlagen, die mit Bachwasser gespeist werden, seien derzeit noch mehr gefordert.

„Weil einfach weniger Wasser zur Verfügung steht, und das Wasser ist wärmer, hat weniger Sauerstoff.“ Was die Tiere stresst und zu vermehrten Ausfällen führt. Noch hilft man sich mit Belüftern, um die Probleme zu meistern. Hält die Wasserknappheit aber auch in den kommenden Jahren an, sieht sich die Branche vor einem Wandel. Neuanlagen werden wohl kaum mehr genehmigt werden, so die Befürchtung.