Nach einer erneuten gewaltsamen Konfrontation im Westjordanland, bei der ein Israeli und vier Palästinenser getötet wurden, hat der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu den Ausbau von Siedlungsvorposten angekündigt. Zudem sollten bereits bestehende „landwirtschaftliche Außenposten“ zügig „legalisiert“ werden, sagte Netanjahu heute – ungeachtet der Tatsache, dass sämtliche Siedlungen im besetzten Westjordanland völkerrechtswidrig sind.

Netanjahu und sein Verteidigungsminister Israel Katz kündigten zudem Razzien in palästinensischen Dörfern an, die im Verdacht stünden, Kämpfer zu beherbergen. Die Armee kündigte ihrerseits einen „umfangreichen Anti-Terror-Einsatz“ in dem Gebiet der jüngsten Konfrontation an. Sie habe damit begonnen, dort Kräfte zu stationieren.

Tote und Verletzte

Der gewaltsame Vorfall hatte sich in der Nähe der israelischen Siedlung Havat Gilad im Norden des Westjordanlands ereignet. Die israelische Armee teilte mit, dabei seien ein Israeli erschossen und zwei weitere verletzt worden. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden im benachbarten Dorf Tel vier Palästinenser erschossen und vier weitere verletzt.

In dem seit 1967 von Israel besetzten Westjordanland leben etwa drei Millionen Palästinenser und mehr als eine halbe Million Israelis, deren Siedlungen völkerrechtswidrig sind. Im Zuge des Gaza-Kriegs infolge des Großangriffs der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas vom Oktober 2023 hat auch im Westjordanland die Gewalt erheblich zugenommen.