In Südkorea sorgt derzeit ein Fall als „Scheidung des Jahrhunderts“ für Schlagzeilen: Ein Berufungsgericht in Seoul hat den mächtigen Industrieboss Chey Tae Won heute zur Zahlung von 944 Milliarden Won (570 Mio. Euro) an seine Ex-Frau verurteilt. Der Milliardär ist Vorsitzender der SK Group, die einen der größten Mischkonzerne des Landes darstellt.
Zur SK Group gehört auch der Halbleiterhersteller SK Hynix, der wichtige Speicherchips für KI-Anwendungen produziert – unter anderem für Nvidia – und im Juli 2026 ein viel beachtetes Börsendebüt an der US-Technologiebörse Nasdaq feierte.
Jahrelanger Rechtsstreit
Jahrelang lieferten sich der Firmenboss und Roh Soh Yeong, die Tochter des ehemaligen südkoreanischen Präsidenten Roh Tae Woo, einen Rechtsstreit über mehrere Instanzen. Zuvor hatte Chey eine außereheliche Affäre öffentlich gemacht. Nach der Enthüllung, wonach er mit dieser Affäre ein Kind gezeugt hatte, zerbrach die Ehe.
Obwohl die Summe von 570 Millionen Euro deutlich unter der ursprünglichen Forderung der Ex-Frau liegt – sie hatte fast die Hälfte des Vermögens ihres Ex-Mannes gefordert, das Forbes auf 5,3 Milliarden US-Dollar (4,7 Mrd. Euro) schätzte –, zählt sie dennoch zu den höchsten Scheidungsabfindungen in der Geschichte Südkoreas. Sie entspricht verfügbaren Zahlen zufolge etwa zwölf Prozent von Cheys Vermögen.
Enormer Wertanstieg
Das Gericht erklärte nach Angaben der „Financial Times“, das Urteil berücksichtige den starken Wertanstieg von Cheys Anteilen, der mit dem KI-Boom einherging. Der Aktienkurs von SK Hynix ist seit der Scheidung im Jahr 2017 um ein Vielfaches gestiegen.
Allein in den vergangenen zwölf Monaten stieg der Aktienkurs von SK Hynix zeitweise um etwa 120 Prozent. Durch den KI-Boom erreichte der Konzern eine deutlich höhere Bewertung und zählt heute zu den wertvollsten Halbleiterunternehmen der Welt.
Es ist unklar, ob das Urteil den Streit nun beilegt. Beide Seiten behielten sich das Recht vor, innerhalb einer Woche eine letzte Berufung beim Höchstgericht einzulegen.