Die Seniorenbund-Chefin Ingrid Korosec (ÖVP) zeigt sich offen für eine Debatte über eine Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters – zumindest für jene, die später anfangen zu arbeiten. Ausschlaggebend dürfe aber nicht das Geburtsdatum sein, sondern die Berufsjahre, so Korosec im APA-Gespräch.

„Wenn wir immer älter werden, dann muss sich klarerweise auch etwas verändern“, sagt die Vorsitzende des Seniorenbunds in Bezug auf das gesetzliche Pensionsantrittsalter. Das Antrittsalter dürfe aber nicht vom biologischen Alter abhängen, sondern von den Berufsjahren – ob das 40, 42 oder 45 Jahre sind, darüber müsse man sich einigen.

Auch eine Koppelung eines solchen Pensionsantrittssystems an die Lebenserwartung kann sich Korosec vorstellen, etwa indem das Antrittsalter alle fünf Jahre oder auch alle zwei Jahre um ein, zwei Monate angehoben wird. In der ÖVP werde über diesen von ihr stammenden Vorschlag diskutiert, bestätigte sie. In dieser Legislaturperiode erwartet Korosec dazu allerdings keine Beschlüsse, auch weil es nicht im Regierungsprogramm steht.

Spätestens 2030 müsse sich die dann amtierende Regierung damit auseinandersetzen, denn der verankerte Nachhaltigkeitsmechanismus wird laut Korosec „sowieso nicht erreicht“. „Nachdenken und Diskutieren jetzt, mit Beginn der nächsten Legislaturperiode ein zukunftsorientiertes, flexibles Pensionssystem erarbeiten, natürlich mit Vertrauensschutz von 15 bis 20 Jahren“, so die Seniorenbund-Chefin.

Kritik von FPÖ

Kritik holte sich Korosec dafür von der FPÖ ab: Ein Anstoßen dieser Debatte sei „zutiefst verunsichernd für die arbeitende Bevölkerung“, so die blaue Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch in einer Aussendung. „Ob man das Pensionsantrittsalter nun an das Geburtsdatum oder an die Beitragsjahre koppelt, ändert nichts an der Kernaussage: Die Menschen sollen länger arbeiten.“