Bei ukrainischen und russischen Angriffen sind gestern insgesamt mindestens 20 Menschen getötet worden. Behörden des russisch besetzten Teils der ukrainischen Region Saporischschja meldeten zwölf Tote.

In der Grenzregion Belgorod gab es russischen Angaben zufolge zwei Todesopfer, im russisch besetzten Teil der Region Cherson ein weiteres. Von ukrainischer Seite wurden insgesamt fünf Todesopfer bekanntgegeben. Die Ukraine griff zudem eine Ölraffinerie in Sibirien an.

Russische Behörden: Ferienlager getroffen

Laut dem von Russland eingesetzten Leiter der Verwaltung für den besetzten Teil der südlichen Region Saporischschja wurde im Ort Kyryliwka am Ufer des Asowschen Meers in der Nacht auf gestern ein Ferienlager angegriffen. Acht Menschen seien getötet worden, darunter zwei Kinder, gab Verwaltungschef Jewgeni Balizki an. 14 weitere Menschen seien verletzt worden.

In der russischen Region Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine wurden bei einem ukrainischen Angriff nach Angaben der russischen Behörden zwei Menschen getötet. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, 328 Drohnen seien abgefangen worden, unter anderem in der Region Moskau und weiter entfernten Regionen wie Baschkortostan und der Republik Tschuwaschien. Auch die Großstadt Jekaterinburg am Ural sei getroffen worden.

Sibirische Ölraffinerie getroffen

Kiew erklärte weiters, dass bei einem Drohnenangriff auf den privaten Kurierdienst Nowa Poschta in der Region Sumy drei Fahrer getötet worden seien. Zwei weitere Menschen starben den Behörden zufolge bei Angriffen im Süden der Ukraine.

Ukrainische Drohnen trafen zudem eine Ölraffinerie in der sibirischen Region Tjumen. Sie liegt tief im Landesinneren und ist eines der bisher am weitesten von der Front entfernten Ziele ukrainischer Angriffe. Der Gouverneur der Region Tjumen, Alexander Moor, erklärte, eine ukrainische Drohne sei „auf das Gebiet“ einer Ölraffinerie gefallen und habe einen Brand ausgelöst. Moskau erklärte, die Ukraine habe mit mehr als 300 Drohnen angegriffen.

Auch eine Fabrik in Kirow tief im Landesinneren Russlands sei angegriffen worden, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Sacharowa verurteilt ukrainische Angriffe

Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa verurteilte die jüngsten ukrainischen Angriffe scharf. „Kiew erleidet gerade eine militärische Niederlage und ist nicht in der Lage, den Kampfverlauf zu wenden, daher tobt es sich an der Zivilbevölkerung aus“, wurde sie von der Staatsagentur TASS zitiert. Sowohl Selenskyj als auch „seine westlichen Drahtzieher“ sollten wissen, dass sie „für jedes Verbrechen schwer bezahlen“ würden.