Erstmals seit 2009 hat ein UNO-Generalsekretär Syrien besucht. Antonio Guterres forderte dabei gestern internationale Hilfe für das von langen Jahren des Bürgerkriegs erschütterte Land.
In Damaskus wird Guterres mit Interimspräsident Ahmed al-Scharaa zusammenkommen. Der ehemalige Dschihadistenführer regiert das Land seit dem Sturz von Langzeitmachthaber Baschar al-Assad Ende 2024.
Guterres besuchte nach Angaben von syrischen Staatsmedien das berüchtigte Seidnaja-Militärgefängnis nahe Damaskus. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen wurden dort Tausende Häftlinge von Schergen des Assad-Regimes gefoltert und ermordet.
Bei seinem Besuch kritisierte Guterres Israel für dessen Vorgehen auf den Golanhöhen. Syriens „Souveränität, Unabhängigkeit, Einheit und territoriale Integrität“ müssten „vollständig respektiert“ werden.
Israel hatte nach Assads Sturz Truppen in eine von der UNO überwachte Pufferzone auf den Golanhöhen entsandt. Seither führten israelische Streitkräfte wiederholt Angriffe und Vorstöße tiefer auf syrisches Gebiet aus.