Der größere der beiden Brände bei Bordeaux machte den Einsatzkräften Dienstagfrüh weiterhin zu schaffen. In der Nacht auf Dienstag konnten die Feuerwehrleute das riesige Feuer eindämmen. Die Lage bleibe aber schwierig, sagte die Senatorin für das Departement Gironde, Nathalie Delattre, am Dienstag dem Sender BFM TV.
Die zuständige Präfektur in der Gironde teilte mit, mehrere nächtliche Brandentwicklungen nördlich von Le Porge und nördlich von Cap-Ferret hätten „dank des Einsatzes der Feuerwehr unter Kontrolle gebracht werden“ können. Die durch das Feuer vernichtete Fläche habe sich nicht vergrößert.
Um dem Feuer die Möglichkeit einer weiteren Ausbreitung zu nehmen, wurden am Montag an zahlreichen Stellen Schneisen in den Wald geschlagen. Laut Präfektur erstreckten sich diese taktischen Schneisen bereits über eine Länge von mehr als 103 Kilometern. Ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebiete soll damit verhindert werden.
Neue Evakuierung
Im Badeort Lacanau in der Gironde wurde am Dienstag eine neue Evakuierungsaufforderung herausgeben, rund 4.000 Touristinnen und Touristen waren betroffen. Im südlich der Gironde gelegenen Departement Landes konnten unterdessen 15.000 Menschen in ihre Häuser zurückkehren.
Seit Mittwoch wurden mehr als 220.000 Menschen in der beliebten Urlaubsregion an der Atlantikküste in Sicherheit gebracht, auch viele Touristinnen und Touristen. Das Feuer hat sich inzwischen auf bis zu 15 Kilometer der Großstadt Bordeaux genähert und rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört.
Tausende Einsatzkräfte
Zudem ist ein flächenmäßig kleinerer Brand in der Region inzwischen unter Kontrolle, wie Präsident Emmanuel Macron beim Besuch der Einsatzleitung Montagabend in Bordeaux sagte. „Wir werden diesen Kampf zum Schutz der Bevölkerung gewinnen“, sagte Macron. Er lobte „die bemerkenswerte Arbeit zum Schutz der Zivilbevölkerung“. 2.500 Feuerwehrleute, 18 Löschflugzeuge und 1.500 Soldaten sind im Einsatz. Unterstützung ist nicht nur aus weiten Teilen Frankreichs, sondern auch aus dem Ausland eingetroffen.
Leichte Entspannung in Spanien
Sowohl in Frankreich als auch in Spanien wird in den kommenden Tagen wieder extreme Hitze erwartet. In Bordeaux wurden für Dienstag Temperaturen von 33 Grad prognostiziert. Die Hitze und die extreme Trockenheit erhöhen den Druck auf die Einsatzkräfte.
Zumindest in Spanien zeichnete sich aber eine leichte Entspannung der Lage ab. Dennoch warnten die Behörden vor verfrühtem Optimismus.
Besonders betroffen bleiben die Provinz Avila westlich von Madrid und die benachbarten Regionen Madrid und Toledo, wo die Brände zusammen knapp 80.000 Hektar Wald- und Buschland zerstört haben. Seit dem Wochenende hat sich die Ausbreitung der Brände aber deutlich verlangsamt.
Rund 90.000 Menschen waren zuletzt von Evakuierungen oder Ausgangsbeschränkungen betroffen. Auch in der Provinz Castellon im Osten des Landes brannte es weiter. Dort mussten rund 16.000 Menschen ihre Häuser verlassen.
Brände auch in Portugal
Auch in Portugal brachen zuletzt mehrere Waldbrände aus. Mehr als tausend Einsatzkräfte kämpften Montagnachmittag gegen die Flammen in Buschlandschaften im Zentrum und im Norden des Landes, wie die Behörden mitteilten. Die größten Brände breiten sich den Angaben zufolge bei Braga und Braganca im Norden sowie bei Santarem im Zentrum des Landes aus. Fast im gesamten Land gilt wegen der hohen Temperaturen die maximale oder eine sehr hohe Brandgefahr. Einzig an den Küsten ist das Risiko nach Angaben des Wetterdienstes etwas geringer.