Knapp fünf Jahre nach ihrer Machtübernahme in Afghanistan verbieten die radikalislamischen Taliban ihren eigenen Regierungsbeamten die Verwendung von Smartphones. Die Anweisung der Taliban-Führung sehe unter anderem eine Kündigung bei Missachtung der Regel vor, berichtet die UNO-Hilfsmission für Afghanistan (UNAMA) heute in einer Stellungnahme. Demnach sei die Anweisung bereits seit Mitte Juni veröffentlicht.

Der Sender RFE/RL veröffentlichte Videoaufnahmen, auf denen zu sehen ist, wie Mitglieder der Taliban Smartphones zerstören.

Das neuerliche Smartphone-Verbot für Regierungsbeamte folgt einer längeren Debatte innerhalb der islamistischen Taliban zum Umgang mit den Geräten. Erst im vergangenen Herbst war für etwa zwei Tage das Internet im ganzen Land abgeschaltet worden – auf Anweisung des obersten Taliban-Führers Hibatullah Akhundzada, um „Unmoral zu verhindern“.

Smartphones gelten in Afghanistan als zentrales Kommunikationsmittel. Offizielle Dokumente werden häufig per WhatsApp ausgetauscht.