Die proiranische Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben einen saudi-arabischen Öltanker im Roten Meer angegriffen. Der Tanker „NCC Ghazal“ habe gegen eine Seeblockade der Huthis für saudi-arabische Schiffe „verstoßen“, erklärte die Miliz gestern über ihren Fernsehsender al-Masira. Das Schiff habe „Warnungen ignoriert und war gezwungen umzukehren, nachdem mehrere Raketen abgefeuert wurden“.
Die von Teheran unterstützte Miliz hatte in der vergangenen Woche eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und seither nach eigenen Angaben saudi-arabische Öltanker und Ölanlagen angegriffen. Am Montag meldete die Miliz Drohnenangriffe auf „sensible Knotenpunkte“ für den Öltransport nach Janbu am Roten Meer. Saudi-Arabien griff Ziele in von den Huthis kontrolliertem Gebiet an.
Saudi-Arabien fängt Drohnen aus Irak ab
Eigenen Angaben zufolge will Riad auch im Irak gestartete Drohnen abgefangen haben. Wie das Verteidigungsministerium der Golfmonarchie am Abend mitteilte, richtete sich der Drohnenangriff auf die Ölanlagen des Landes. Für die „neuen Terrorangriffe“ machte Ministeriumssprecher Turki al-Maliki „von mit dem Iran in Verbindung stehende Milizen“ verantwortlich.
Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition hatte seit 2015 die jemenitische Regierung im Kampf gegen die Huthis unterstützt. Seit einer von der UNO vermittelten Waffenruhe im Jahr 2022 waren die Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und der Miliz weitgehend zum Erliegen gekommen. Die jüngsten gegenseitigen Angriffe drohen diese faktische Feuerpause zu kippen.