Mehr als 60.000 Menschen sind dem Aufruf zur dritten Auflage von „ORF fragt“ gefolgt und haben an einer Onlineumfrage zu unterschiedlichsten Themen teilgenommen. Dabei zeigte sich, dass Kriege und Konflikte auf der Welt 77 Prozent der Teilnehmenden am meisten Sorge bereiten.
Ebenso viele Personen gaben an, mit der eigenen Lebenssituation sehr oder eher zufrieden zu sein. Diese und weitere Ergebnisse wurden gestern Abend in einer TV-Sendung präsentiert.
Ergebnisse nicht repräsentativ für Bevölkerung
Von 24. Juni bis 15. Juli wurden laut ORF verschiedene „alltagsrelevante Themen“ abgefragt. Begleitet und ausgewertet hat das Projekt das Meinungsforschungsinstitut Integral. Eine Stichprobe nach wissenschaftlichen Kriterien wurde bei der offenen Umfrage jedoch nicht gezogen, betonte der ORF. Die Ergebnisse sind somit nicht repräsentativ für die gesamte Bevölkerung.
Talk: Lebenssituation und Zukunftsblick
Der ORF hat gefragt, Österreich hat geantwortet: Mariella Gittler (ORF) präsentierte die Ergebnisse der großen Onlineumfrage mit Zehntausenden Teilnehmern. Was bewegt die Österreicher zur Halbzeit des krisengeprägten Jahres 2026? Welche Sorgen, Hoffnungen und Erwartungen prägen den Blick in die Zukunft? Reportagen aus ganz Österreich, Momentaufnahmen und Gespräche geben Einblicke in die Stimmung im Land.
Thurnher: „Wichtige Quelle für Berichterstattung“
„Es freut mich sehr, dass Zehntausende Menschen unserer Einladung gefolgt sind und bei ‚ORF fragt‘ 2026 mitgemacht haben“, so ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher in einer Aussendung.
„Die Rückmeldungen des Publikums dienen als wichtige Quelle für die multimediale Berichterstattung im ORF, das Feedback zum ORF-Programmangebot werden wir in den kommenden Wochen und Monaten auch in die Diskussion um die Neugestaltung des öffentlich-rechtlichen Auftrags einbringen.“
Sorgen um Krieg, Demokratie und Klimawandel
Nach Kriegen (77 Prozent) sorgen sich die Befragten auch um den Zustand der Demokratie weltweit (60 Prozent) sowie den Klimawandel und den fehlenden Zusammenhalt in der Gesellschaft (je 56 Prozent). Dahinter folgen die Bereiche Inflation (53 Prozent), Gesundheitsversorgung in Österreich, soziale Ungleichheit und Armut (je 51 Prozent).
Für rund vier Fünftel der Befragten ist es das eigene soziale Umfeld beziehungsweise die Familie (78 Prozent), die positiv in die Zukunft blicken lassen. Mit 46 Prozent macht fast die Hälfte auch Fortschritte in Wissenschaft, Medizin und Technik zuversichtlich. Die eigene Gesundheit stimmt 41 Prozent positiv für die Zukunft, die eigene finanzielle Situation nur 37 Prozent.
Drei Viertel zweifeln an Integration
76 Prozent der Teilnehmenden glauben, dass die Integration von Zuwanderinnen und Zuwandern in Österreich eher nicht oder gar nicht gut funktioniert. Mit dem Gesundheitssystem sind 61 Prozent sehr oder eher zufrieden.
65 Prozent sind allerdings der Meinung, dass sich die Gesundheitsversorgung in den vergangenen Jahren verschlechtert hat. Von höheren Lebenshaltungskosten fühlen sich 63 Prozent sehr oder eher betroffen, von den Folgen der Umweltveränderungen wie Hitzewellen und Starkregen 59 Prozent.
„Fake News“ schwer zu erkennen
Mit den Entwicklungen im digitalen Bereich fühlen sich 43 Prozent überfordert, eine Einschätzung, die mit dem Alter zunimmt. Fake News im Internet sind laut 83 Prozent eher schwer zu erkennen. Mit 80 Prozent vertraut jedoch eine deutliche Mehrheit den Nachrichten und Informationen in österreichischen Medien.
27 Prozent nutzen regelmäßig KI-Anwendungen im Alltag, 38 Prozent ab und zu, ein gutes Drittel der Befragten aber praktisch nie. 55 Prozent meinen, dass soziale Netzwerke die Gesellschaft spalten, 68 Prozent, dass Kinder möglichst lange davon ferngehalten werden sollten.
Information als beliebtester ORF-Bereich
Am ORF-Programm interessiert die Teilnehmenden besonders der Bereich Information (74 Prozent), gefolgt von Wissenschaft und Bildung (50 Prozent), Sport (42 Prozent), Unterhaltung (40 Prozent) und Kultur (29 Prozent).
Auf Formatebene wünschen sich 64 Prozent mehr Dokumentationen und Reportagen vom ORF, 48 Prozent mehr ausführliche Berichte und Analysen, 34 Prozent mehr Filme und Serien, 32 Prozent mehr Sportübertragungen und 30 Prozent mehr Interviews und Diskussionssendungen.