Mehrere Frauen werfen Oscar-Preisträger Jared Leto in einer BBC-Dokumentation über den Musiker und Schauspieler vor, sie sexuell missbraucht zu haben.

Eine Frau schilderte etwa, dass sie in einem Motelbadezimmer im Alter von 17 Jahren von Leto missbraucht wurde, heißt es in der neuen BBC-DokumentationJared Leto: Hollywood’s Dark Secret“, über die die BBC gestern berichtete.

Gegenüber einer 16-Jährigen soll er seine Bekanntheit ausgenutzt und sie mit sexuell anzüglichen Telefonanrufen bombardiert haben. Mindestens einmal habe er dabei auch auf Geschlechtsverkehr gedrängt.

Laut BBC sollte die junge Frau eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnen, damit davon nichts publik wird – die Betroffene habe das aber verweigert.

14-Jährige erhielten anzügliche Telefonanrufe

Leto soll auch noch weit jüngere Mädchen, etwa im Alter von 14, mit „seltsamen“, so die BBC, und sehr anzüglichen Telefonanrufen belästigt haben. Insgesamt zehn Fälle hat die BBC laut eigenen Angaben für die Dokumentation aufgerollt, neun Betroffene seien erstmals mit den Vorwürfen an die Öffentlichkeit gegangen, heißt es vom Sender. Mehr als 120 ähnlich gelagerte Vorwürfe gegen Leto hat die BBC laut Angaben gezählt.

Die Vorfälle seien alle zwischen 2002 und 2016 geschehen. Der Sender habe Bilder und Nachrichten aus der Zeit einsehen können und auch mit dem Umfeld der Betroffenen Kontakt gehabt, die dort damals über ihre Erlebnisse erzählt hätten.

Auch zwei Männer, die jahrelang mit Letos Band zusammengearbeitet hatten, erzählten dem Sender darüber, wie befremdlich das Team es fand, wie Leto mit jungen Mädchen umging und sie in seine Garderobe beziehungsweise hinter die Bühne einlud. Vergangenes Jahr erhoben neun Frauen in einem US-Medium vergleichbare Anschuldigungen gegen Leto.

Leto weist Vorwürfe zurück

Wie damals wies Leto die Vorwürfe zurück: „Ich habe nie in meinem Leben sexuelle Gewalt gegen irgendjemanden ausgeübt“, erklärte der 54-Jährige in einer schriftlichen Stellungnahme, nachdem zehn Frauen in einer Dokumentation des Senders BBC Vorwürfe vorgebracht hatten. Die Anschuldigungen seien „absolut und kategorisch falsch“.