Der wegen des Attentats auf den Schriftsteller Salman Rushdie verurteilte Angreifer Hadi Matar muss wegen eines neuen Urteils in den USA eine noch höhere Strafe fürchten. Ein Bundesgericht in Buffalo sprach ihn nun auch des transnationalen Terrorismus und anderer Vergehen schuldig, wie aus einer Mitteilung des US-Justizministeriums hervorging. Ihm drohe nun lebenslange Haft.
Dem zuvor bereits zu 25 Jahren Gefängnis verurteilten Attentäter war in dem neuen Verfahren vorgeworfen worden, auf Anweisung der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon gehandelt und durch die Durchsetzung einer Fatwa, eines religiösen Erlasses, einen Terrorakt verübt zu haben.
Der 28-Jährige aus New Jersey habe sich damit der „Beteiligung an einem die Landesgrenzen überschreitenden Terrorakt und der materiellen Unterstützung von Terroristen“ schuldig gemacht, hieß es in der Mitteilung.
Fatwa seit 1989
Die Fatwa besteht seit 1989. Der damalige iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini hatte wegen des von islamischen Fundamentalisten als blasphemisch empfundenen Romans „Die satanischen Verse“ zur Ermordung des Autors aufgerufen.
Matar stach bei einer Lesung des weltbekannten Autors im August 2022 mehr als ein Dutzend Mal auf Rushdie ein. Das Messer durchtrennte einen Sehnerv, seitdem ist der Autor auf einem Auge blind. Beim ersten Urteil war Matar von einer Geschworenenjury im Bezirk Chautauqua im Bundesstaat New York 2025 des versuchten Mordes an dem heute 79-jährigen Autor schuldig gesprochen worden.