Bei dem im Osten Polens niedergegangenen Flugobjekt handelt es sich dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk zufolge offenbar um eine russische Rakete.
„Alles deutet darauf hin, dass es sich um eine russische ballistische Rakete vom Typ Kh-101 handelte“, sagte Tusk heute. „Aber wir wollen hundertprozentig sicher sein, um welchen Raketentyp es sich handelt und wer sie abgefeuert hat.“
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilte den Einschlag einer mutmaßlich russischen Rakete als inakzeptable Verletzung des Luftraums der Europäischen Union.
Die polnische Polizei fand in einem Feld einen Krater und Trümmerteile eines unbekannten Objekts. Dieses war während der russischen Angriffe auf die Ukraine vom Radar des Militärs im polnischen Luftraum erfasst worden, bevor es verschwand. Die Einschlagstelle liegt laut Angaben etwa 80 Kilometer entfernt von der Grenze zur Ukraine.
Lauter Knall in der Nacht
Das polnische Innenministerium teilte auf X mit, der Krater habe einen Durchmesser von etwa zehn Metern. Die Polizei in der Woiwodschaft Lublin erklärt, sie habe einen Bericht über einen lauten Knall erhalten. Die Einschlagstelle sei etwa zwei Kilometer von den nächsten Gebäuden entfernt.
Dem operativen Kommando der Streitkräfte zufolge wurde um 3.40 Uhr ein unbekanntes, sich westwärts bewegendes Objekt im polnischen Luftraum entdeckt. Kurz darauf sei es vom Radar verschwunden. Ein Hubschrauber sei zum letzten bekannten Standort des Objekts geflogen. Die Besatzung habe den wahrscheinlichen Absturzort in einem unbebauten Gebiet in der Nähe des Dorfes Tarnawa-Kolonia ausfindig gemacht.
Russland hatte heute Nacht ukrainischen Angaben zufolge 74 Raketen und 284 Drohnen auf die Ukraine abgefeuert. Besonders die Region Lwiw im Westen der Ukraine nahe Polen war Ziel der Angriffe.