An der Spitze der UNO könnte ab Jänner womöglich erstmals eine Frau aus Lateinamerika stehen. Nach einer ersten Abstimmung über die Nachfolge von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres in New York lag Diplomaten zufolge gestern die Costa Ricanerin Rebeca Grynspan vorne. Auf Platz zwei kam eine Kandidatin aus dem Karibik-Staat Guayana.
Die 70-jährige Grynspan hat sich bei den Vereinten Nationen bereits einen Namen gemacht: Die frühere Vizepräsidentin von Costa Rica leitet die UNO-Organisation für Handel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf.
Auch Grossi und Bachelet im Rennen
Auf Platz zwei kam bei der Probeabstimmung im UNO-Sicherheitsrat die frühere Außenministerin von Guayana, Carolyn Rodrigues-Birkett. Auf dem dritten Platz landete ein Mann aus Argentinien: der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi.
Insgesamt vier Frauen und drei Männer bewerben sich um die Nachfolge des Portugiesen Guterres, der den Posten des UNO-Generalsekretärs zum Jahresende nach zehn Jahren abgibt. Im Rennen sind auch die frühere chilenische Präsidentin Michelle Bachelet und der ehemalige Präsident des Senegal, Macky Sall.
Mehrstufiger Auswahlprozess
Der Auswahlprozess ist mehrstufig: Die 15 Sicherheitsratsmitglieder stimmen hinter verschlossenen Türen so lange ab, bis eine Kandidatin oder ein Kandidat die erforderlichen neun Stimmen erhält. Dabei haben die fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder – die USA, Großbritannien, China, Frankreich und Russland – ein Vetorecht.
Der Konsenskandidat oder die Konsenskandidatin wird danach formell von der UNO-Vollversammlung ernannt. Die Amtsübernahme ist für den 1. Jänner 2027 vorgesehen.