Zwei große Waldbrände halten die Einsatzkräfte in Griechenland weiter in Atem. Besonders kritisch war die Lage heute weiterhin rund 60 Kilometer nordwestlich von Athen. Dort breiteten sich die Flammen nach Behördenangaben auf einer kilometerlangen Front aus.

Örtlichen Medien zufolge mussten im Gebiet Agios Vasilios Hunderte Menschen mit Booten in Sicherheit gebracht werden, nachdem sie von den Flammen eingeschlossen worden waren.

Ein weiterer größerer Brand wütet auf der Halbinsel Peloponnes nahe Porto Heli. Auch dort wurden zahlreiche Dörfer vorsorglich evakuiert, berichtete der öffentlich-rechtliche Rundfunk ERT. Starke Winde erschweren nach Angaben der Feuerwehr die Löscharbeiten aus der Luft. Löschflugzeuge und Hubschrauber können nur eingeschränkt eingesetzt werden.

Auf Kreta setzte die Feuerwehr unterdessen ihre Einsätze fort. Die Lage habe sich deutlich entspannt, berichteten örtliche Medien. Eine Entwarnung könne jedoch weiterhin nicht gegeben werden, da auffrischender Wind die Brände jederzeit wieder anfachen könnte, warnte der Zivilschutz.

Häuser in Süditalien bedroht

Auch die süditalienische Adria-Küste kämpft weiter mit schweren Waldbränden. Feuerwehr, Zivilschutz und Spezialteams waren im Dauereinsatz, um mehrere Feuerfronten unter Kontrolle zu bringen. Besonders angespannt war die Lage im bekannten Badeort Vieste in Region Apulien, wo ein großer Brand in der Gegend Chiesola mehrere Hektar mediterrane Macchia zerstörte und gefährlich nahe an Wohnhäuser heranrückte. Es gab Evakuierungen.

Entspannung in Frankreich und Spanien

In Frankreich und Spanien standen die Zeichen derweil weiter auf Entspannung: Nach den heftigen Bränden rund um Bordeaux im Südwesten Frankreichs konnte mehr als die Hälfte der rund 224.000 zuvor in Sicherheit gebrachten Menschen zurückkehren.

Spaniens Regierungschef Pedro Sanchez hatte nach Erfolgen bei der Bekämpfung der Brände in der Nähe von Madrid den nationalen Notstand wieder aufgehoben. Die meisten der 60.000 von den Flammen Vertriebenen konnten mittlerweile wieder in ihre Häuser zurückkehren. Spanien ächzt jedoch unter einer neuen Hitzewelle, durch die die Waldbrandgefahr wieder steigt.

Feuer in Portugal

Im Norden Portugals waren weiterhin Hunderte Einsatzkräfte im Einsatz, um ein seit Dienstag loderndes Feuer einzudämmen. „Wir hatten eine anstrengende Nacht“, sagte der regionale Leiter des Zivilschutzes, Albano Teixeira, CNN Portugal. Fast 800 Feuerwehrleute wurden zu dem Großbrand in Valpacos entsandt, bei dem mindestens fünf Menschen leicht verletzt wurden.