Trump hatte den berühmten Lincoln Memorial Reflecting Pool zwischen dem gleichnamigen Denkmal und dem Washington Monument in der US-Hauptstadt in neuem Blau erstrahlen lassen wollen und dafür die teure Renovierung beauftragt. Diese war von Pannen begleitet. Trump machte im Juni auf seiner Plattform Truth Social mutwillige Zerstörung dafür verantwortlich, zuvor schrieb er, die Renovierung hätte „perfekt funktioniert“.

Unter Verdacht geraten war der frühere dreifache US-Olympiateilnehmer im Kanu, David Hearn. Er hatte bei einer Radtour auf der Suche nach der Ursache für das bescheidene Erscheinungsbild des Wahrzeichens in den Pool nach einem Stück gelöster Farbe gegriffen – und wurde prompt wegen mutmaßlicher Sachbeschädigung festgenommen und von einem Bundesgericht angeklagt. Dem 67-Jährigen drohten bis zu zehn Jahre Haft.

„Täter“ von Gericht entlastet

Nun wurde Hearn entlastet. Das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt, wie die „Washington Post“ am Samstag berichtete. Der Grund für die Pannen seien „verpfuschte“ Arbeit gewesen. Die Beweisgrundlage gegen Hearn sei entfallen, sagte Staatsanwältin Jeanine Pirro am Freitag. Auch sie widersprach der Version Trumps von „Vandalismus“.

Hearns Anwälte erklärten, dass der Fall „niemals hätte vor Gericht gebracht werden dürfen“. Die Einstellung des Verfahrens mache „den Missbrauch staatlicher Macht bei der Festnahme und Anklage eines patriotischen Amerikaners, der nichts Unrechtes getan hat, nicht ungeschehen“. Von Trumps Regierung forderten sie eine Entschuldigung bei ihrem Mandanten.

Missglückte Sanierung kostete mehr als 14 Millionen Dollar

Der historische Pool wurde als Teil der Pläne Trumps zur Umgestaltung der US-Hauptstadt im Rahmen eines 14,7 Millionen Dollar (etwa 12,2 Mio. Euro) schweren Auftrags trockengelegt und neu gestaltet. Am 6. Juni verkündete der US-Präsident, dass die Arbeiten abgeschlossen seien.

Doch weniger als zwei Wochen darauf blätterte die frische Farbe im Pool vom Grund ab und verteilte sich im Becken. Seit der Wiedereröffnung ist das Wasserbecken zudem von Algen befallen. Um diese zu bekämpfen, sollen öffentliche Bedienstete Chemikalien ins Wasser eingeleitet haben. Das kann laut Experten dazu führen, dass sich der Bodenbelag ablöst. Die Renovierung erfolgte vor den 250-Jahr-Feiern der USA am 4. Juli. Den Auftrag erhielt ein mit Trump befreundeter Unternehmer ohne jede öffentliche Ausschreibung. Dasselbe Unternehmen soll die Schäden nun korrigieren.

Trump vermutete „zerstörerische Chemikalien“ als Grund

Trump hatte in seinem Post im Juni vehement seine Vandalismustheorie vertreten. Unbekannte hätten „ätzende und zerstörerische Chemikalien in das Becken“ gegossen. Die Behörden müssten „wahrscheinlich“ einen Großteil des Wassers in dem Becken ablassen, um die notwendigen Reparaturen umzusetzen, erklärte Trump weiter. „Aber wir werden sie so schnell wie möglich erledigen lassen.“

Sumpfig-grünlich statt „amerikaflaggenblau“

Nach den von Trump veranlassten Renovierungsarbeiten an dem ikonischen Wasserbecken hatte das Wasser zuletzt eine sumpfig-grünliche Färbung angenommen. Im Wasser des 610 Meter langen Beckens schwammen blaue Farbpartikel. Bilder zeigten Arbeiter, die ausgerüstet mit Keschern nach Algen fischten. Über das abblätternde Blau hatte auch die „New York Times“ berichtet und geschrieben, der Pool widersetzte sich offenbar seiner Umgestaltung.

Vor der Renovierung hatte Trump versprochen, das bei Touristen und Touristinnen beliebte Wahrzeichen in der US-Hauptstadt werde durch den neuen Bodenanstrich mit Poolfarbe „amerikaflaggenblau“ leuchten. Algenblüte ist angesichts der oft schwülwarmen Temperaturen in Washington allerdings bereits seit der Eröffnung des Beckens 1922 ein Problem.

Trump und seine Denkmäler

Der Lincoln Memorial Reflecting Pool ist neben dem Weißen Haus und dem Kapitol mit dem Lincoln Memorial mit der großen Statue des 16. US-Präsidenten Abraham Lincoln (1861–1865) und dem Obelisken des Washington Monument – als Erinnerung an den ersten Präsidenten George Washington – eine der Hauptattraktionen Washingtons und populäres Fotomotiv bei Touristen aus den USA und dem Ausland.

Trump ließ bzw. lässt Washington an mehreren Stellen umgestalten, um sich so offenbar sein persönliches „Denkmal“ zu setzen. Unter anderem ließ er den historischen Ostflügel des Weißen Hauses abreißen, um an dessen Stelle einen Ballsaal zu bauen. Außerdem will er einen riesigen Triumphbogen errichten lassen. Dieser soll fast dreimal so hoch werden wie der berühmte Pariser Triumphbogen.