Nach dem Bekanntwerden von Cyberangriffen auf Wasserversorgungssysteme im US-Staat Minnesota wurden auch in Michigan entsprechende Störungen öffentlich. „Wir haben einige wenige Meldungen aus Gemeinden in Michigan erhalten, die Aktivitäten aufwiesen, die mit den Beschreibungen der Bundesbehörden übereinstimmen“, teilte ein Sprecher des dortigen Umweltministeriums mit.
Er betonte, dass alle Systeme weiterhin sicher arbeiteten und die „Probleme“ von lokalen Betreibern behoben seien. „Es sind keine Auswirkungen bekannt, die eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellen“, hieß es weiter.
Wasserversorgung teils beeinträchtigt
Die US-Bundespolizei FBI hatte zuvor mitgeteilt, dass eine Reihe von US-Staaten sich an die Behörde gewandt habe. „Seit dem 27. Juli 2026 haben Wasser- und Abwasserversorgungsunternehmen in mindestens sieben Bundesstaaten dem FBI Vorfälle gemeldet, die teilweise zu Beeinträchtigungen des Wasserbetriebs führten“, hieß es.
Unbekannte hätten sich dabei aus der Ferne Zugriff auf internetfähige Geräte verschafft und IP-Adressen und Passwörter geändert. Das FBI machte keine Angaben dazu, ob der Iran hinter den Angriffen steckte.
Die US-Behörde für Cybersicherheit und den Schutz kritischer Infrastrukturen (CISA) warnte unterdessen vor Cyberangriffen, die von mit dem Iran verbundenen Personen durchgeführt würden. Diese zielten auf Regierungsdienste und -einrichtungen, Wasser- und Abwassersysteme sowie den Energiesektor.
Vorläufige Befunde fallen eindeutig aus
Medienberichten zufolge war es in dieser Woche auch im Staat Minnesota zu entsprechenden Angriffen auf Dutzende Wasserversorgungssysteme gekommen. In deren Folge sei mindestens ein System kurzzeitig offline gewesen. Experten vermuten iranische Hacker dahinter. Die „Washington Post“ berichtete, Geheimdienste gingen davon aus, während sich die „New York Times“ („NYT“) auf Ermittler berief.
Der Befund sei vorläufig, warnten die Ermittler demzufolge gegenüber der „NYT“, die wiederum darauf hinwies, dass es oft Monate dauere, bis die Schuldigen einer Cyberattacke sicher festgemacht werden könnten. Die Ermittler betonten demzufolge aber, der Iran habe seit Kriegsbeginn seine Cyberattacken gegen die USA und Israel ausgeweitet. Bereits in der Vergangenheit seien ähnliche Wasserversorgungssysteme und andere kritische Infrastruktur von iranischen Cyberattacken ins Visier genommen worden.
Das Magazin „Wired“ berichtete seinerseits von Warnungen, dass die Angriffe auf die Wasserversorger zu vergangenen Cyberangriffen durch irannahe Hacker passten.
Trump ist anderer Meinung
US-Präsident Donald Trump hingegen vermutete nicht den Iran, sondern den aus seiner Sicht inkompetenten demokratischen Gouverneur Tim Walz dahinter. „Ich glaube, dass Minnesota dahintersteckt“, so Trump, als er am Freitag dazu befragt wurde. Er glaube nicht, dass es eine iranische Cyberattacke gewesen sei, die die Probleme in Minnesota ausgelöst habe.
Minnesotas Gouverneur Walz wies die Anschuldigungen Trumps entschieden zurück und warnte, dass „moderne Kriegsführung genau so aussieht“.
Der Iran warf den USA vor, während des mittlerweile sechsmonatigen Krieges wiederholt zivile Ziele, darunter auch Wasserversorgungsanlagen, angegriffen zu haben.