Das Ölkartell OPEC+ hat die Obergrenze für die Ölförderung zum sechsten Mal in Folge angehoben. Es weitet die erlaubte Produktionsmenge für September um täglich 188.000 Barrel (je 159 Liter) aus. Das teilten die sieben Länder der OPEC+ gestern nach ihrem Onlinetreffen mit.

Wie Fachleute betonen, bedeutet eine Anhebung der Obergrenze nicht automatisch, dass mehr Öl auf den Weltmarkt gelangt.

Große Produzenten wie Saudi-Arabien erreichten bei der Förderung in den vergangenen Monaten gar nicht die ihnen zugeteilte Höchstmenge. Das liegt vor allem an der Teilblockade des wichtigen Seewegs in der Straße von Hormus, durch die ein großer Teil des saudischen Öls transportiert werden müsste.

Die OPEC mit Sitz in Wien koordiniert die Ölförderquoten ihrer Mitglieder, um den Preis auf dem Weltmarkt zu steuern. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent stieg seit den ersten Angriffen der USA und Israels auf den Iran Ende Februar um etwa 26 Prozent. Er liegt zurzeit bei rund 88 Dollar (77 Euro).