Bei israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen sind gestern palästinensischen Angaben zufolge erneut mindestens 15 Menschen getötet worden. Es war der zweite Tag in Folge mit Angriffen, obwohl US-Präsident Donald Trump einen Durchbruch bei den Bemühungen um die Umsetzung des Waffenstillstandsabkommens verkündet hatte.
Israelische Kampfjets bombardierten Gaza-Stadt im Norden, Deir al-Balah im Zentrum sowie die südliche Region um Chan Junis. Dabei starben unter anderen zwei Ehepaare und zwei Kinder, wie Mediziner mitteilten. Die Zahl von 15 Toten binnen eines Tages war nach palästinensischen Angaben die höchste seit Wochen.
Israel: Militärische Ziele
Das israelische Militär erklärte, ein Angriff auf eine Wohnung in Deir al-Balah habe zwei Kommandeuren der Hamas-Elitetruppe Nuchba gegolten. Auch in Gaza-Stadt und Dschabalija seien militärische Ziele attackiert worden.
Trump hatte am Donnerstag erklärt, die Terroroganisation Hamas und andere bewaffnete Gruppen hätten einer Entwaffnung zugestimmt. Das hatte Hoffnungen auf eine Wende in dem Konflikt geweckt. Israels Energieminister Eli Cohen, der dem Sicherheitskabinett von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu angehört, äußerte sich jedoch skeptisch.
Cohen: Israel nicht zu Stopp verpflichtet
Israel werde der Hamas die Möglichkeit zur Entwaffnung geben, er bezweifle aber stark, dass das geschehen werde, sagte Cohen dem israelischen Armeesender. Es gebe keine Vereinbarung über einen Stopp der Angriffe auf den Gazastreifen, sagte Cohen. Sollte die Hamas ihre Waffen nicht niederlegen, müsse Israel die vollständige Kontrolle über das Küstengebiet übernehmen, forderte Cohen.