In Spitälern, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen ist der Hitzeschutz ein besonders sensibles Thema. Das Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) analysiere derzeit die Hitzeexposition von 1.239 Krankenanstalten, Pflege- und Betreuungseinrichtungen sowie Primärversorgungseinheiten in ganz Österreich, hieß es aus dem Sozialministerium gegenüber der APA.
Gemeinsam mit GÖG wird laut Ministerium an Initiativen in puncto Hitzeschutz gearbeitet. Verwiesen wurde etwa auf das Projekt „Beratung klimafreundliche Gesundheitseinrichtungen“, an dem 550 Gesundheitseinrichtungen aus allen Bundesländern teilnehmen. Die Einrichtungen entwickeln dabei gemeinsam mit Fachleuten Maßnahmen, etwa was thermische Sanierung, Beschattungssysteme und die Optimierung von Klima- und Lüftungsanlagen betrifft.
Gleichzeitig werde ein Leitfaden für Sozial- und Betreuungseinrichtungen entwickelt, der Einrichtungen bei der Bewertung von Risiken und der Priorisierung von Hitzeschutzmaßnahmen unterstützen soll. Weiters seien österreichweit über 120 Klimamanagerinnen und -manager ausgebildet worden, die Klimaschutzmaßnahmen entwickeln, koordinieren und im Arbeitsalltag verankern sollen.
Stress für Körper und Psyche
Herausfordernd ist die Hitze aber nicht nur für vulnerable Gruppen. Auch bei Menschen ohne Vorerkrankungen kann die Hitze Kreislaufprobleme und Schwindel, Dehydrierung, Konzentrationsprobleme und Erschöpfung sowie Hitzekrämpfe und Hitzschlag auslösen, heißt es in einem Leitfaden der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK).
Für die Rettungsdienste bedeutet anhaltende Hitze ein höheres Einsatzaufkommen – mehr dazu in steiermark.ORF.at. Hitze belastet auch die Psyche. Vor allem Menschen mit Angststörungen, Depressionen oder anderen psychischen Vorerkrankungen leiden stärker darunter, sagte Umweltpsychologin Daniela Renn gegenüber ORF.at.
Optimal funktioniert der Mensch bei einer Körperkerntemperatur von rund 37 Grad. Bei höheren Temperaturen versucht der Körper konstant, diese 37 Grad zu halten und eventuelle Abweichungen auszugleichen. Das schafft er unter anderem durch Schwitzen. Dabei scheiden die Schweißdrüsen an der Hautoberfläche Flüssigkeit aus, die wiederum verdunstet und dadurch den Körper abkühlt.
Die Belastung für den Körper und das Hitzeempfinden hängen allerdings nicht nur mit der Umgebungstemperatur, sondern vor allem auch mit der Luftfeuchtigkeit zusammen. Bei trockener Luft kann die Umgebung den Schweiß, der verdunstet, optimal aufnehmen. Je höher jedoch die Luftfeuchtigkeit ist, umso weniger zusätzliche Feuchtigkeit kann die Luft aufnehmen. Der Schweiß verdunstet daher nicht, sondern er tropft ab, daher gibt es auch keinen Kühleffekt.
Auswirkungen auf die Arbeitswelt
Hitze kann die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Manche Betriebe ermöglichen es ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, bei hohen Temperaturen in den eigenen vier Wänden zu arbeiten oder Gleitzeit in Anspruch zu nehmen.
Extremwetter
Zwar lassen sich einzelne Extremereignisse nicht direkt auf eine bestimmte Ursache zurückführen, klar ist laut Weltklimarat aber: Durch die Klimakrise werden Extremwetterereignisse wie Hitze, Dürre, Starkregen und Überschwemmungen häufiger und intensiver.
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) sieht darin zwar sinnvolle Ansätze, warnt aber auch vor möglichen Nachteilen. Nicht alle Beschäftigten verfügen zu Hause über geeignete Arbeitsbedingungen, zudem dürfe Homeoffice nicht zur Voraussetzung werden, hieß es – mehr dazu in wien.ORF.at.
Sonnenlicht meiden, viel Wasser trinken
Fachleute empfehlen, direktes Sonnenlicht an extremen Hitzetagen zu meiden und Kinder vor der Sonne schützen. Gemieden werden sollten verbaute und versiegelte Plätzen, wo es keinen Schatten gibt. Nicht in der heißesten Tageszeit von circa 12.00 bis 16.00 Uhr nach draußen gehen. Vorhänge und Jalousien schließen sowie die Fenster vorwiegend in der Nacht bzw. in den kühleren Morgenstunden öffnen.
Große Anstrengungen sollten vermieden und körperliche Aktivitäten im Freien auf den frühen Morgen oder den Abend verlagert werden. Luftige, helle Kleidung und eine Kopfbedeckung sind ebenso zu empfehlen wie kühl duschen sowie kalte Arm- und Fußbäder nehmen.
Es sollte ausreichend und regelmäßig getrunken werden – mindestens zwei bis drei Liter, am besten Wasser, ungesüßter Tee bzw. mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte, keinesfalls Alkohol. Auch bei älteren Mitmenschen und Kindern sollte auf regelmäßige Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.