Braune, sonnenverbrannte Wiesen, ausgetrocknete Bachläufe, extrem niedrige Pegelstände in Flüssen und beim Grundwasser. Ausgedörrte Maisfelder und hohe Waldbrandgefahr, Landschaften wie man sie nur aus dem mediterranen Raum kannte, prägen das Bild in diesem Sommer von Frankreich bis nach Osteuropa.

Der Pegel des Bodensees liegt für Juli auf einem historischen Tiefstand, auch die Donau führt abschnittsweise so wenig Wasser wie noch nie um diese Jahreszeit.

Extreme Trockenheit

Der Grund dafür ist die extreme Trockenheit, die mit einer kurzen Unterbrechung im Februar seit letztem Oktober andauert, auch im Juli. Abgesehen von lokalen Regenschauern oder Gewittern, bei denen das Regenwasser meist nicht in den steinharten Boden eindringen konnte, regnete es viel zu wenig, im österreichweiten Flächenmittel um 54 Prozent.

Regional war das Defizit sogar noch größer, im Bodensee-Raum und von Oberösterreich bis ins Weinviertel betrug es verbreitet 60 bis 80 Prozent, in Wien-Mariabrunn im 14. Bezirk sogar 90 Prozent.

Durchschnittliche Regenmengen wurden nur punktuell erreicht und das vorwiegend durch kräftige Schauer oder Gewitter, etwa in Rauris und Seckau. Damit gehört der Juli 2026 zu den vier regenärmsten seit Beginn der Niederschlagsaufzeichnungen vor 169 Jahren, sagt Alexander Orlik von der GeoSphere Austria. Ähnlich trocken war es nur 1911 und 1983, noch etwas trockener im Jahr 2013.

Trockenstes Jahr seit Beginn des 20. Jahrhunderts

Die vorläufige Jahresbilanz 2026 ist noch extremer. In den ersten sieben Monaten regnete es in den letzten 137 Jahren noch nie so wenig wie heuer. Ähnlich trocken war es möglicherweise 1865 und 1887, aufgrund der deutlich schlechteren Qualität des Messnetzes damals ist ein genauer Vergleich aber schwierig.

Flächendeckender Dauerregen ist auch in der nächsten Zeit unwahrscheinlich und damit drohen der Landwirtschaft zum Teil erhebliche Ernteausfälle. Die Walbrandgefahr bleibt hoch, in manchen Regionen erreichte sie die höchste Risikostufe.

Der einzige positive Aspekt des stabilen Wetters ist die relativ geringe Anzahl an Gewittern. Zwar gab es vereinzelt Unwetter, Mitte des Monats Sturmschäden in Salzburg und Kärnten, Ende Juli riesige Muren im hinteren Ötztal, insgesamt blitzte es in diesem Juli aber so wenig wie noch nie seit Beginn der Blitzortung vor 20 Jahren.

Viertwärmster Juli seit 1767 mit viel Sonne

Der Juli 2026 war aber nicht nur ein Dürre-, sondern auch ein Hitzemonat. Über weite Strecken lagen die Temperaturen über dem langjährigen Schnitt, nur von 20. bis 25. gab es vorübergehend ein paar „zu kühle“ Tage. So überrascht es wenig, dass der heurige Juli einer der heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen war.

Das österreichweite Flächenmittel der Lufttemperatur lag im Tiefland um zwei Grad über dem Durchschnitt von 1991 bis 2020, auf den Bergen waren es 1,9 Grad. Gegenüber dem Bezugszeitraum 1961 bis 1990 betragen die Abweichungen sogar 3,7 bzw. 3,4 Grad. Damit reiht sich der heurige Juli in der 260-jährigen Messreihe ganz weit vorne ein, auf Platz vier, hinter 2015, 2024 und 2006.

Im Westen Österreichs waren die positiven Abweichungen sogar noch höher, in Bregenz war der Juli 2026 der heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen. Das meist stabile Sommerwetter brachte außerdem überdurchschnittlich viel Sonne, im Großteil Österreichs ein Sonnenstundenplus von fünf bis 15 Prozent, in Vorarlberg und Tirol zum Teil sogar bis zu 30 Prozent.

Heißer als Hitzesommer 2003 und 2024?

Da schon der Juni – wie auch der Juli – einer der heißesten der Messgeschichte war und auch aktuell extreme Hitze herrscht, schaut auch die Zwischenbilanz für den Sommer außergewöhnlich aus. Sowohl bei den Temperaturen als auch beim Niederschlag liegt der Sommer 2026 Kopf an Kopf mit den bisherigen Rekordhaltern. Bleibt es überdurchschnittlich warm, und danach sieht es derzeit aus, könnte der heurige Sommer sogar die Rekordsommer 2024 und 2003 übertreffen.

Ähnlich das Bild beim Regen, auch da ist der trockenste Sommer seit Messbeginn möglich, wenn nicht der August die Niederschlagsbilanz noch deutlich aufbessert. Besonders dramatisch wirken sich Hitze und Trockenheit auf unsere Gletscher aus. Am 11. Juli schmolz heuer auf dem Sonnblick der letzte Schnee, das war der zweitfrüheste Termin seit Messbeginn. Seither schmilzt das längst nicht mehr „ewige“ Eis, und das gilt für die meisten Gletscher im Alpenraum, denen wieder ein katastrophales Jahr mit großen Eisverlusten droht.

Die dritte Hitzewelle des Jahres dauert an

Im Zuge des menschengemachten Klimawandels wurden Hitzewellen in den letzten Jahrzehnten häufiger, länger und intensiver. So gab es zwischen 1940 und 1980 im Schnitt ein bis zwei Hitzewellen pro Jahr, die ein bis acht Tage dauerten, seit 2010 muss man schon mit zwei bis drei Hitzewellen und einer Dauer von fünf bis 25 Tagen rechnen. Zurzeit ist es bereits die dritte des Jahres, schon die zweite im Juni war mit 157 Juni-Rekorden und 66 absoluten Höchstwerten extrem.

Am letzten Tag des Monats wurde in Wieselburg mit 40,3 Grad ein neuer österreichweiter Juli-Rekord gemessen, über 70 Orte verzeichneten Juli- oder absolute Stationsrekorde.