Im Iran sind nach Angaben der UNO seit dem 19. März mindestens 56 Menschen wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit hingerichtet worden. In 27 Fällen gebe es einen Zusammenhang mit den landesweiten Protesten gegen die Führung in Teheran zu Beginn des Jahres, teilte der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, heute mit.

Seit März habe es einen Anstieg bei Hinrichtungen und Todesurteilen gegeben. Türk forderte die iranische Führung dringend auf, alle Hinrichtungen einzustellen und auf die Abschaffung der Todesstrafe hinzuarbeiten.

Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung einzusetzen. Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) zufolge wurden im vergangenen Jahr mindestens 2.159 Menschen im Iran hingerichtet – der höchste verzeichnete Wert seit 1981. Auch im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg wurden Todesurteile gegen mutmaßliche Spione und politische Gefangene vollstreckt.