Russland baut in seinem Krieg gegen die Ukraine die Struktur seiner Truppen um. Logistiktruppen und andere Einheiten im Unterstützungsbereich sollen dafür gebündelt werden.
Kreml-Chef Wladimir Putin gab die neue Struktur bei einem Treffen mit der Militärführung bekannt und ernannte Waleri Solodschuk zum Chef dieser Einheiten. Künftig sollten alle diese Dienste im Hinterland „in einer Hand“ liegen, sagte Putin nach Angaben des Kreml. Unter den aktuellen Bedingungen sei das eine „Kampfaufgabe“.
Putin erklärte auch, dass Russland seine Streitkräfte ausgehend von den Kriegserfahrungen und Erfordernissen an der Front neu strukturiere. Zuletzt hatte er auch die Sollstärke der russischen Streitkräfte um 25.000 auf 2,426 Millionen erhöht, darunter 1,535 Millionen Soldaten.
Probleme auf eigenem Boden
Den Moskauer Truppen machen vor allem die ukrainischen Drohnenangriffe auf Ölraffinerien und Logistikzentren im russischen Hinterland zu schaffen, weil das den Nachschub für die Front erheblich erschwert. Besonders auf der von Russland schon 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat sich die Lage verschärft.
Solodschuk, der die Probleme im Hinterland beheben soll, führte bisher die Armeegruppe „Zentrum“, die nach Darstellung Putins bei der Invasion im Gebiet Donezk eine führende Rolle einnimmt. Neuer Befehlshaber wird dort Andrej Iwanajew, der die Region komplett unter russische Kontrolle bringen soll.
Die ebenfalls im Donbass eingesetzte Gruppierung „Wostok“ (dt.: Osten) wird von Pjotr Bolgarjew geführt. Putin unterstrich, dass die „Wostok“-Truppen energisch vorgingen und „mit solchem Tempo, dass das nur die höchste Wertschätzung hervorruft“. Das Kommando der vergleichsweise neuen russischen Drohnenstreitkräfte übergab Putin bei der Sitzung an Denis Ljamin.