ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher hat gestern den Leiter von ORF III, Peter Schöber, abberufen und mit sofortiger Wirkung beurlaubt. An den ORF-Stiftungsrat und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Senders schrieb Thurnher in einer E-Mail, dass die Prüfung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe durch die ORF-Compliance-Stelle sowie externe Experten abgeschlossen sei.

„Verhaltensweisen (…) mit Funktion einer Führungskraft im ORF nicht vereinbar“

„Diese Untersuchungen kommen zum Ergebnis, dass in vielfacher Hinsicht Verhaltensweisen gezeigt wurden, die mit der Funktion einer Führungskraft im ORF nicht vereinbar sind“, so der Wortlaut der E-Mail. „Ich habe Peter Schöber daher mit dem heutigen Tag von seiner Funktion als ORF-III-Geschäftsführer abberufen und beurlaubt.“

In weiterer Folge würden nun Gespräche zur Auflösung seines Dienstverhältnisses mit dem ORF geführt. In ihrer Mail an die ORF3-Belegschaft schrieb Thurnher, Schöber sei außerdem angewiesen worden, „von einer Kontaktaufnahme zu Ihnen abzusehen. Sollte es zu Kontaktaufnahmen kommen, bitte ich um eine entsprechende Meldung“, schrieb Thurnher. Die Gechäftsführung des Senders liegt nun interimistisch bei Kathrin Zierhut-Kunz, die Programmverantwortung bei Lou Lorenz-Dittlbacher.

Die grüne Mediensprecherin und stellvertretende Klubobfrau Sigrid Maurer begrüßte die Abberufung und Beurlaubung: „Es ist gut, dass die ORF-Führung endlich konsequent gehandelt hat“, so Maurer. Sie forderte die Stiftungsräte Heinz Lederer, Gregor Schütze und Peter Westenthaler zudem auf, „endlich die Konsequenzen zu ziehen und zurücktreten“.