Die britische Armee hat einen Bericht der BBC über sexuellen Missbrauch von Rekrutinnen in einer militärischen Ausbildungsstätte als „äußerst erschütternd“ bezeichnet. Vier junge Frauen berichteten dem Sender, während ihres Aufenthalts am Army Foundation College (AFC) in der nordenglischen Stadt Harrogate sexuell missbraucht worden zu sein.
„Inakzeptables und kriminelles Verhalten hat in unseren Streitkräften absolut keinen Platz, und diese Berichte sind äußerst erschütternd und schwerwiegend“, sagte ein Sprecher der Armee heute. Alle, die in der Einrichtung „inakzeptables oder kriminelles Verhalten erlebt oder beobachtet haben“, sollen sich an die Armee wenden.
Als sich die Vorfälle ereignet haben sollen, waren die Frauen, die sich zum Schutz ihrer Identität anonym äußerten, laut BBC minderjährig. Das AFC ist die einzige Ausbildungsstätte der britischen Armee für Rekruten unter 18 Jahren.
„Kultur der Frauenfeindlichkeit“
An dem College herrscht den mutmaßlichen Opfern zufolge eine „gefährliche Kultur der Frauenfeindlichkeit und sexuellen Gewalt“, heißt es bei der BBC. Eine der Betroffenen berichtete dem Sender von einer mutmaßlichen Vergewaltigung durch mehrere Rekruten.
In anderen Fällen ist von Belästigung und misogynen Verhaltensweisen auch bei Mitarbeitern die Rede.
Mit Vorwürfen dieser Art sieht sich die betroffene Ausbildungsstätte laut BBC nicht zum ersten Mal konfrontiert. Nach Daten des britischen Verteidigungsministeriums wurden zwischen Jänner 2018 und Juni 2025 176 Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens im Zusammenhang mit dem College erfasst.