Die israelische Staatsanwaltschaft hat gestern einen jüdischen Siedler wegen der Tötung eines palästinensischen Aktivisten im besetzten Westjordanland angeklagt. Das ist die erste Anklage gegen einen Siedler wegen des Todes eines Palästinensers seit mehr als sieben Jahren.

Die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung von Owdeh Hathaleen. Der prominente Aktivist hatte an dem 2025 mit einem Oscar ausgezeichneten Dokumentarfilm über den Nahost-Konflikt „No Other Land“ mitgewirkt. Hintergrund der Klage ist ein Vorfall im Juli 2025, bei dem Siedler einen großen Bagger in dem palästinensischen Dorf Umm al-Chair einsetzten und damit eine Auseinandersetzung mit den Bewohnerinnen und Bewohnern auslösten.

Hathaleen hatte den Moment, in dem er während der Konfrontation angeschossen wurde, selbst gefilmt. Der Angeklagte, gegen den Großbritannien und die EU wegen Gewalt gegen Palästinenser Sanktionen verhängt haben, hatte in der Vergangenheit bestritten, den tödlichen Schuss abgegeben zu haben.

Neuer Angriff auf Dorf im Westjordanland

Im Westjordanland griffen israelische Siedler erneut ein palästinensisches Dorf an. Dabei steckten sie nach Angaben der israelischen Armee mehrere Wohnungen in der entlegenen Ortschaft Chirbet al-Tuba in Brand und zerstörten zur Stromerzeugung genutzte Photovoltaikanlagen.

Nach israelischen Militärangaben wurden mehrere Palästinenserinnen und Palästinenser bei dem Angriff verletzt. Die Angreifer hätten noch vor der Ankunft der israelischen Soldaten die Flucht ergriffen.