Ein Ausschuss des US-Senats will den durch die CoV-Pandemie auch international bekannt gewordenen US-Immunologen Anthony Fauci wegen Missachtung des Kongresses belangen. Der von Republikanern dominierte Ausschuss für Heimatschutz und Regierungsangelegenheiten stimmte gestern für eine entsprechende Resolution.

Hintergrund ist Faucis Vorladung vor den Ausschuss. Vor einer Woche verweigerte er dort Antworten auf Fragen von Senatoren und Senatorinnen zur Pandemie, indem er sich auf den fünften Zusatzartikel der US-Verfassung berief und von seinem Schweigerecht Gebrauch machte.

Hassfigur der Rechten

Die Republikaner legen das als Missachtung des Kongresses aus. Fauci ist seit der Pandemie eine Hassfigur des rechten Lagers und auch immer wieder von US-Präsident Donald Trump attackiert worden. Hintergrund sind unter anderem seine damaligen Empfehlungen zum Tragen von Schutzmasken, für Lockdowns und für Impfungen.

Die Republikaner werfen Fauci ohne jeden Beleg auch eine Vertuschung der Ursachen von CoV vor, ebenso eine Mitfinanzierung von Forschung in China, die angeblich zu der Pandemie geführt habe.

Der frühere US-Präsident Joe Biden hatte zum Ende seiner Amtszeit im Jänner 2025 Fauci vorsorglich umfassend begnadigt, um ihn vor künftiger Strafverfolgung zu schützen. Abgedeckt ist damit der Zeitraum von 2014 bis Anfang 2025. Fauci fürchtet trotzdem, dass die Republikaner versuchen könnten, Strafverfahren gegen ihn zu erwirken.

Der 85-Jährige äußerte vergangene Woche die Vermutung, dass der republikanische Senator Rand Paul ihn vorgeladen hatte, um ihn wegen Meineids „hinter Gitter zu bringen“, wenn er sich bei der Befragung vor dem Senat versehentlich in Widersprüche verstricke. Auf Anraten seiner Anwälte lehnte er es deswegen bei der Anhörung ab, Fragen zu beantworten.