Sie sind kaum größer als Sandkörner, dauern nur rund eine Sekunde und trotzdem haben Sternschnuppen seit jeher eine faszinierende Wirkung auf uns Menschen. Das zeigen nicht zuletzt der Brauch des Sich-etwas-Wünschens und die damit verbundenen Regeln. So soll der Wunsch nur dann in Erfüllung gehen, wenn man ihn noch während des Aufleuchtens fertig formuliert und niemandem weitersagt.
Wissenschaftlich passiert Folgendes: Aus dem Weltall trifft ein Sand- oder Staubpartikel von wenigen Zehntel Millimeter Durchmesser auf die Erdatmosphäre. Im Fall der Perseiden geschieht das mit Geschwindigkeiten von über 200.000 km/h, das entspricht einer Sekunde für die Strecke zwischen Wien und St. Pölten.
Durch Reibung wird das Teilchen abgebremst und erhitzt, es beginnt zu leuchten und letztendlich vollständig zu verglühen. Hier liegt auch der Unterschied zu einem Phänomen, das oft mit Sternschnuppen verwechselt wird: Ein Meteorit verglüht aufgrund seiner Größe nur teilweise und trifft als Gesteinsbrocken auf den Boden. Erst Anfang Jänner hat so ein Meteorit die Pergola eines Einfamilienhauses in Zagersdorf im Burgenland durchschlagen, zum Glück ohne Verletzte – mehr dazu in burgenland.ORF.at.
Erde durchquert Kometenbahn
Die Sternschnuppen der Perseiden stammen aus den Partikeln, die der Komet 109P/Swift-Tuttle auf dem Weg durch das Sonnensystem zurücklässt. Einmal im Jahr kreuzt die Erde auf ihrem Weg um die Sonne die Bahn des Kometen, was vorübergehend zu einer deutlichen Häufung der Leuchterscheinungen am Himmel führt. Theoretisch können in der Nacht vom 12. auf den 13. August bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde gesichtet werden.
In der Praxis ist die Zahl durch nächtliche Lichtverschmutzung geringer. So sprechen die Wiener Volkshochschulen etwa von nur drei bis sechs Perseiden pro Stunde in der Innenstadt, am Stadtrand sind es immerhin schon sechs bis 15 Sternschnuppen.
Am besten sind die Bedingungen fernab künstlicher Lichtquellen, etwa in den am dünnsten besiedelten Regionen der Alpen, die auch vermehrt mit der Dunkelheit und dem sternenreichen Nachthimmel werben.
Heuer besonders gute Bedingungen
Mitte August liegen die dunkelsten Nachtstunden zwischen 22.30 Uhr und 3.30 Uhr. Ideal für die Beobachtung ist jedoch die zweite Nachthälfte, weil dann das Sternbild des Perseus höher am Himmel steht, aus dem die Sternschnuppen vermeintlich zu kommen scheinen.
In diesem Sternbild ist auch der Name der Perseiden begründet. Zudem kommt heuer ein weiterer Faktor positiv hinzu: Das Licht des Mondes fällt weg. Denn exakt zum Maximum der Perseiden am 12. August ist Neumond, andernfalls wäre die gleichzeitig stattfindende Sonnenfinsternis auch gar nicht möglich.
Mit freiem Auge sichtbar
Dass zwei derart bedeutende astronomische Ereignisse an einem Tag zusammenfallen, ist äußerst selten, noch dazu da sie für die breite Öffentlichkeit einfach zu beobachten sind. Viele Sternschnuppen sind mit freiem Auge sichtbar, auch wenn es einige Zeit braucht, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen.
Der Blick auf das Handy sollte jedenfalls ausbleiben. Wenn doch etwas Licht zur Orientierung nötig ist, dann am besten von einer Rotlichtlampe. Auch für die Beobachtung der Sonnenfinsternis bedarf es einer „Finsternisbrille“. Ein direkter Blick in die Sonne kann die Augen sonst nachhaltig schädigen.
Wahl des Beobachtungsstandorts entscheidend
Wer beide Himmelsschauspiele hintereinander genießen will, sollte sich einen Standort fernab störender Lichtquellen von Städten und Siedlungen suchen, idealerweise erhöht auf einem Hügel mit freier Sicht auf den Horizont in westlicher bis nordwestlicher Richtung.
Denn die maximale Verfinsterung der Sonne findet in Österreich bei deren Untergang statt, also kurz nach 20.00 Uhr. Je nach Region sind dann circa 85 bis 90 Prozent der Sonne vom Mond verdeckt, im Westen ist der Grad der Verfinsterung etwas höher als im Osten Österreichs.
Wetter dürfte größtenteils mitspielen
Hoher Luftdruck dominiert die neue Woche. Damit wird es nicht nur wieder heißer, es überwiegt auch an den meisten Tagen der Sonnenschein. Nur vorübergehend mischen Wolken, Regenschauer und Gewitter mit, etwa Montag und Dienstag im Bergland.
Am Mittwoch dürften Gewitter aus jetziger Sicht seltener werden und sich auf den Südwesten Österreichs beschränken, möglich sind sie vor allem von den Lienzer Dolomiten bis zu den Murtaler Alpen. Die „Gefahr“, dass sich die Restwolken dieser Gewitter über weitere Landesteile ausbreiten, ist relativ klein. Im Großteil des Landes sieht es nach klarem oder höchstens gering bewölktem Himmel aus. Außerdem bleiben die Nächte meist lau.
Wer am Mittwochabend keine Zeit hat, kann zumindest die Perseiden auch in den Nächten davor und danach beobachten, wenn auch in abgeschwächter Form. Die Wetterprognosen würden es zulassen. Und neben den Perseiden gibt es noch weitere Sternschnuppenschauer, etwa die Lyriden in der zweiten April-Hälfte und die Geminiden Mitte Dezember.