Die Regierung von Grönland verwies demnach auf die fehlende Genehmigung für die Anlandung von Explorationsausrüstung. „Alle künftigen logistischen Maßnahmen müssen der Behörde für Bodenschätze gemeldet und von dieser genehmigt werden – bevor sie durchgeführt werden“, zitierte die Zeitung aus einer Stellungnahme der Regierung.
Das im US-Bundesstaat Texas sitzende Unternehmen Greenland Energy plant Beobachtern zufolge zwei Explorationsbohrungen im Jameson Land Basin in Osten von Grönland, wo große Ölvorkommen vermutet werden. In Grönland wurden seit 2021 keine neue Ölförderlizenzen vergeben. Dennoch hat sich laut „Guardian“ ein britisches Unternehmen die Explorationsrechte für das Jameson-Landbecken gesichert, auf die Greenland Energy nun offenbar setzt.
Trump provoziert mit „Hallo Grönland“
Die reichen Bodenschätze von Grönland sorgen seit jeher für Debatten. Ob und wann neue Lizenzen genehmigt werden, ist bisher offen. Trump hält ungeachtet dessen weiter an seinem Grönland-Kurs fest und betonte etwa Anfang Juli beim NATO-Gipfel erneut einen US-Anspruch auf die größte Insel der Welt. Auch hält er in seinem sozialen Netzwerk Truth Social weiter am Thema fest.
Betitelt mit „Hallo Grönland“ postete der US-Präsident zuletzt etwa eine Bildmontage, in der er über die an Grönlands Ostküste gelegene Stadt Tasiilaq blickt. Beobachter verweisen dazu auf ähnliche provokative Beiträge und Äußerungen Trumps, in denen er eine Übernahme oder Kontrolle der Insel durch die USA noch vor Ablauf seiner Amtszeit ankündigte.
Zu Gast in Mar-a-Lago
Der Vorsitzende von Greenland Energy, Larry Swets, dementierte den „Guardian“-Angaben zufolge indes einen Zusammenhang des angestrebten Ölprojekts mit etwaigen Annexionsplänen der USA. Bereits zuvor relativierte Swets Berichte über die Lieferung von Bohrgeräten. Ein Unternehmensvertreter habe bei einer Gemeindeversammlung in Jameson Land „fälschlicherweise“ von einer bereits erhaltenen Genehmigung gesprochen.
„Unsere Begeisterung für das Projekt hat dazu geführt, dass wir uns so geäußert haben, dass Verwirrung entstand“, so Swets laut „Guardian“. Das dänische Investigativmedium Danwatch stellte der Zeitung zufolge indes eine bereits erfolgte Lieferung in den Raum. Die Rede ist zudem von guten Kontakten zwischen Trump und Greenland Energy, wobei Swets zusammen mit seiner Frau in diesem Jahr etwa auch auf Trumps Anwesen Mar-a-Lago gesichtet worden sei.