Der italienische Außenminister Antonio Tajani will die vorübergehend wieder eingeführten Grenzkontrollen zu Spanien aufheben, sobald nach Einschätzung der Behörden keine neue Migrationsbewegung mehr droht. „Wir hoffen, die Aussetzung bald aufheben zu können, sobald keine Gefahr mehr besteht“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident der Zeitung „La Stampa“ heute.
Nach Angaben des spanischen Geheimdienstes gibt es die Gefahr zahlreicher Ankünfte bis Mitte August, argumentierte der italienische Außenminister. Die Kontrollen seien daher eine Vorsichtsmaßnahme.
„Vergeltungsmaßnahme“: Rom rügt Madrid
Tajani kritisierte zugleich die Entscheidung Spaniens, seinerseits vorübergehend Kontrollen an den Grenzen für Reisende aus Italien einzuführen. Das sei eine „inakzeptable Vergeltungsmaßnahme“ und schade insbesondere dem Tourismus. Spanien habe aus seiner Sicht die Migrationslage nicht ausreichend überwacht.
Angesichts der vorübergehend eingeführten Grenzkontrollen Spaniens für Reisende aus Italien hat das italienische Außenministerium die konsularische Betreuung seiner Staatsbürger in Spanien verstärkt. Die Kriseneinheit richtete einen eigenen WhatsApp-Kanal ein und stockte die rund um die Uhr besetzte Notfallzentrale auf.
Spanien weist erste Reisende aus Italien zurück
Der Beschluss wurde ergriffen, nachdem Spanien am Freitag vorübergehend wieder Kontrollen an den Grenzen für Reisende aus Italien eingeführt hat. Die Maßnahme soll zunächst bis zum 7. September in Kraft bleiben. Nach Angaben der spanischen Behörden können die Kontrollen je nach Entwicklung der Lage verlängert, geändert oder vorzeitig aufgehoben werden.
Das spanische Innenministerium teilte zudem gestern Abend mit, dass bisher zehn Personen die Einreise verweigert wurde. Demnach wurden am ersten Tag der Maßnahme insgesamt 199 Personen auf zwölf Flügen aus Italien auf den Flughäfen von Madrid, Barcelona, Sevilla, Bilbao, Alicante und Valencia kontrolliert.
Brunner sprach mit Innenministern Spaniens und Italiens
EU-Migrationskommissar Magnus Brunner sprach wegen der Ceuta-Krise mit den Innenministern Spaniens und Italiens. „Beide haben bestätigt, dass die Binnengrenzkontrollen nur vorübergehend sind“, teilte Brunner auf X mit.