Ein US-Berufungsgericht hat gestern den Weg für Tausende Klagen gegen Meta Platforms, die Google-Mutter Alphabet, die zu ByteDance gehörende Plattform TikTok und Snap geebnet. Die Klagen wurden von Bundesstaaten, Kommunen, Schulbezirken und Einzelpersonen eingereicht.
Darin wird den Konzernen vorgeworfen, ihre Produkte so gestaltet zu haben, dass sie junge Nutzerinnen und Nutzer süchtig machen. Das Gericht in San Francisco wies eine Berufung von Meta und TikTok zurück, mit der die Konzerne eine frühere Gerichtsentscheidung kippen wollten.
Die Unternehmen hatten argumentiert, dass ein Gesetz aus dem Jahr 1996, das Onlinefirmen in der Regel vor Klagen wegen von Nutzern veröffentlichter Inhalte schützt, auch für die aktuellen Vorwürfe gelte. Das Berufungsgericht entschied, dass das Gesetz keine Immunität gegen Klagen an sich ermögliche.
Prozess gegen Meta startet
Das Gericht lehnte zudem einen Antrag von Meta ab, einen für morgen angesetzten Prozessbeginn zu verschieben. Dabei werfen 29 US-Bundesstaaten dem Konzern vor, illegal Daten von Kindern gesammelt, dessen Plattformen süchtig machend gestaltet und die Nutzer und Nutzerinnern über deren Sicherheit getäuscht zu haben.
Ein Prozess sei der Weg, wie die Öffentlichkeit herausfinde, was Meta über die Auswirkungen seiner Produkte auf Kinder wusste, wann es das wusste und was es mit diesem Wissen zu tun beschloss, erklärten die Anwälte der Kläger, Lexi Hazam und Previn Warren. Meta lehnte eine Stellungnahme ab. TikTok war nicht für einen Kommentar zu erreichen.