Die heimische Wirtschaft stagniert. Laut WIFO-Schnellschätzung von heute blieb das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal unverändert. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ergab sich ein Zuwachs von 0,8 Prozent.

Der Ölpreisschock habe zwar die Konjunkturerholung unterbrochen, die Industrieproduktion stieg jedoch im Jahresvergleich entgegen dem Auftragstrend, so das WIFO. Die Industrie habe ihre Produktion so kräftig ausgeweitet wie zuletzt Mitte 2022, allerdings schrumpften die Auftragseingänge weiter.

Bauindustrie wartet auf Aufschwung

Auf der Angebotsseite trat die Industrie, die im ersten Quartal noch expandiert hatte, auf der Stelle, und im Bauwesen setzte sich der Wertschöpfungsrückgang das fünfte Quartal in Folge fort.

Bei den Dienstleistungen war das Bild uneinheitlich: Den höchsten Zuwachs verzeichneten die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, während die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen und die öffentliche Verwaltung Einbußen hinnehmen mussten, rechneten die Wirtschaftsforschenden vor.

Kapitaleinkommen kräftig gestiegen

Nachfrageseitig hätten sowohl die privaten als auch die öffentlichen Konsumausgaben stagniert. Letztere waren im ersten Quartal noch kräftig gewachsen. „Der öffentliche Sektor, der die Konjunktur in den vergangenen zwei Jahren mehrfach gestützt hatte, fiel damit vorerst als Impulsgeber aus“, so das WIFO in seiner Aussendung.

Weiters hielten die Ökonomen und Ökonominnen fest: „Auf der Verteilungsseite stiegen sowohl die Lohneinkommen als auch die Kapitaleinkommen, Letztere jedoch deutlich kräftiger.“ Der Preisauftrieb habe sich zuletzt abgeschwächt, allerdings überwiegend aufgrund von Einmaleffekten.