Knapp drei Wochen nach einer tödlichen Konfrontation im Westjordanland hat die israelische Armee gestern das Haus eines daran beteiligten Palästinensers demoliert. Videoaufnahmen zeigten, wie das dreistöckige Gebäude in dem Dorf Tell in der Nähe von Nablus durch Sprengung zum Einsturz gebracht wurde. Das Militär äußerte sich bisher nicht.
Der Besitzer des Hauses wurde im vergangenen Monat bei Konfrontationen mit israelischen Siedlern und Soldaten getötet. Nach Darstellung der israelischen Armee hatte er die Waffe einer Sicherheitskraft entwendet und das Feuer auf Israelis eröffnet.
Ein Offizier und ein Mitglied der Zivilverteidigung seien getötet worden. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden bei dem Vorfall insgesamt vier Palästinenser durch Schüsse israelischer Soldaten getötet.
Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit Oktober 2023 noch einmal verschärft. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden im Westjordanland seitdem mehr als 1.100 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und eigenen Anschlägen getötet. Aber auch die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser hat stark zugenommen.