Serbiens Präsident Aleksandar Vucic droht mit der Umleitung eines für den Kosovo lebenswichtigen Flusses, des Ibar. Laut Vucic wäre das eine Reaktion Belgrads auf die „Misshandlung“, welcher kosovarische Serben seitens der Behörden in Prishtina ausgesetzt seien, sagte er gestern.

Der konkrete Anlass dürfte wohl der zum Teil umstrittene Abriss von 17 Häusern im Besitz lokaler Serben am nordkosovarischen Gazivode-Stausee seitens der Behörden in Prishtina gewesen sein. Mindestens in einem Fall erfolgte das, noch bevor der bereits laufende Rechtsstreit abgeschlossen wurde.

Es würde sich um eine „tief besorgniserregende und unannehmbare“ Drohung handeln, sagte die kosovarische amtierende Umwelt- und Infrastrukturministerin Fitore Pacolli-Dalipi.

Für Wasserversorgung in Prishtina verantwortlich

Die Quelle des Ibar befindet sich im Norden Montenegros. Der Fluss fließt danach über Serbien in den Norden des Kosovo, um erneut in Serbien bei der zentralserbischen Stadt Kraljevo in die Westliche Morawa zu münden. Bei dem im Norden des Kosovo liegendem Dorf Gazivode wurde in den 70er Jahren von den damaligen jugoslawischen Behörden der Ibar-Stausee Gazivode errichtet.

Über den 146 Kilometer langen Kanal Ibar-Lepenac sorgt Gazivode nicht nur für die Wasserversorgung vom Norden des Kosovo, sondern auch der Hauptstadt Prishtina. Es ist auch für den Betrieb der Wärmekraftwerke Kosovo A und Kosovo B in Obilic, südlich von Prishtina, unerlässlich.