Dabei holte der Fonds im zweiten Quartal kräftig auf: Nach den ersten drei Monaten stand noch ein Verlust zu Buche. Ende Juni verwaltete der Fonds ein Vermögen von umgerechnet rund zwei Billionen Euro. Rund 72 Prozent davon waren in Aktien und 26 Prozent in Anleihen investiert. Hinzu kamen Immobilien und nicht börsennotierte Projekte für erneuerbare Energien.
Der Fonds hält Beteiligungen an fast 7.200 Unternehmen weltweit und besitzt im Schnitt rund 1,5 Prozent aller börsennotierten Aktien. Allein daraus erzielte er im Halbjahr eine Rendite von 13 Prozent. Obwohl der Fonds sehr breit investiert hat, haben einige wenige große Technologiekonzerne inzwischen einen enormen Einfluss auf seine Gesamtperformance.
Beteiligung auch an SpaceX
Am Dienstag gab der Fonds in einer aktualisierten Liste seiner Beteiligungen erstmals bekannt, dass er zum Stichtag 30. Juni eine Beteiligung von 0,05 Prozent an Elon Musks Weltraumfirma SpaceX im Wert von 1,22 Milliarden US-Dollar hielt. Deutlich größer aber sind die Beteiligungen an anderen US-Tech-Werten: Der 1,28-Prozent-Anteil an Nvidia wird mit 62 Mrd. Dollar bewertet, danach kommen Apple, Alphabet und Microsoft.
Die größte nicht US-amerikanische Position ist der taiwanische Chiphersteller TSMC (1,7 Prozent des Kapitals, bewertet mit 34 Mrd. Dollar). Das größte europäische Unternehmen im Portfolio ist ASML. Die mit Abstand größte Ausrichtung des Fonds sind aber US-Staatsanleihen: Er hält US-Treasuries im Wert von 219 Mrd. Dollar, das entspricht 9,4 Prozent des Gesamtvermögens.
Im Auftrag der norwegischen Regierung verwaltet die Zentralbank des Landes, die Norges Bank, seit knapp drei Jahrzehnten die üppigen Staatseinnahmen aus Öl- und Gaskonzessionen. Das offiziell Government Pension Fund Global (GPFG) genannte Konstrukt soll die Ausgaben für künftige Generationen im norwegischen Sozialstaat finanzieren.
Strenge Richtlinien
Der Fonds unterliegt dabei strengen Richtlinien etwa in Bezug auf Ethikfragen, Menschenrechte und Umweltschutz. Die Mittel sind ausschließlich in ausländischen Aktien, verzinslichen Wertpapieren und Immobilien angelegt.
Seit dem Beginn der Investmentphase hat der Fonds einen durchschnittlichen Wertzuwachs von 6,6 Prozent pro Jahr erzielt. Vor neun Jahren wurde erstmals das Vermögen von einer Billion US-Dollar überschritten, inzwischen hat es sich fast verdoppelt. Für das kleine Norwegen ist das eine gewaltige Summe. Rein rechnerisch stehen jedem Norweger über den Ölfonds mehr als 340.000 Euro zu.
Warnung vor Volatilität
Dass ein großer Teil des Fonds inzwischen von wenigen großen Technologie- und Chipunternehmen abhängt, macht ihn freilich auch anfällig. „Wir halten Anteile an 7.000 Unternehmen, manche steigen, manche fallen – jeden Tag. Und nicht nur jeden Tag, sondern viele Male am Tag“, sagte Chefverwalter Tangen, als er auf die Volatilität auf dem Aktienmarkt angesprochen wurde.
Er bezeichnete den Staatsfonds als „Sparschwein für ganz Norwegen“, warnte jedoch, dass das Land „darauf vorbereitet sein muss, dass der Wert schwankt“. Weiters sagte er dem US-Wirtschaftskanal CNBC zufolge: „Kann der Fonds verschwinden? Die Antwort auf diese Frage lautet Ja – und das Schlimmste daran ist, dass das in der Welt, in der wir heute leben, durchaus wahrscheinlich ist.“