Leavitt war vor Kurzem zum zweiten Mal Mutter geworden. Sie habe gemerkt, dass sie nicht die Mutter sein könne, „die meine beiden kleinen Kinder verdienen“, und zugleich ihrer Funktion als Sprecherin des Weißen Hauses die nötige Zeit und Energie widmen könne, erklärte die 28-Jährige auf X. Leavitt zeigte sich „dankbar“ gegenüber dem US-Präsidenten. Künftig werde sie eine Rolle als externe Beraterin übernehmen.

Trump bekräftigte das auf seiner Plattform Truth Social: „Karoline wird nun zu meinen wichtigsten externen Beratern gehören und eine einflussreiche Stimme innerhalb der Republikanischen Partei sein.“ Gemeinsam wolle man die anstehenden Zwischenwahlen gewinnen.

Nach Darstellung Trumps habe sich Leavitt für diesen Schritt entschieden, den er „voll und ganz“ verstehe und respektiere, hieß es weiter. Der Präsident lobte Leavitt als eine der besten Pressesprecherinnen in der Geschichte des Weißen Hauses, ihre Arbeit sei „phänomenal“ gewesen.

Nachfolge unklar

Die Nachfolge im Weißen Haus ist noch unklar. In Leavitts Babypause von April bis Juli hatte ihre erste Stellvertreterin Anna Kelly die Pressebriefings im US-Regierungszentrum geleitet. Leavitt hatte sich 2024 dem Wahlkampfteam von Trump angeschlossen.

Fake-News-Vorwurf bei kritischer Berichterstattung

Die 28-Jährige war die bisher jüngste Pressesprecherin des Weißen Hauses. Leavitt wurde aber für ihren Umgang mit Medienvertreterinnen und Medienvertretern heftig kritisiert. Sie griff bei ihren Briefings im Weißen Haus regelmäßig Journalistinnen und Journalisten an und warf diesen bei kritischer Berichterstattung über Präsident Trump „Lügen“ und Verbreitung von Fake News vor.

Leavitt baute den rigiden Kommunikationsstil im Weißen Haus immer weiter aus. In der Ära Trump stehen Medien unter dem Dauerfeuer einer Regierung, die auf das Narrativ von Falschnachrichten der klassischen Medien setzt. Wohlwollende Berichterstattung wird dagegen ausdrücklich gelobt. So schuf Leavitt etwa einen Platz für „neue Medien“ – häufig handelte es sich dabei um rechte Influencer.

Leavitt wurde 1997 im US-Bundesstaat New Hampshire geboren. Sie studierte an einer privaten katholischen Universität in ihrem Heimatbundesstaat Politik und Kommunikation. Obwohl sie einst Journalistin werden wollte, führte sie ihr Weg schnell in die Politik: Während Trumps erster Amtszeit beantwortete sie zunächst Bürgerbriefe im Weißen Haus, wechselte dann in die Presseabteilung und arbeitete unter Trumps damaliger Sprecherin Kayleigh McEnany.