Die Zahl der zivilen Todesopfer in der Ukraine hat im Juli nach Angaben der UNO ihren höchsten Stand seit dem Mai des Jahres 2022 erreicht. Im vergangenen Monat seien mindestens 437 Zivilistinnen und Zivilisten in der Ukraine getötet und mindestens 2.610 verletzt worden, teilte die UNO-Menschenrechtsbeobachtungsmission in der Ukraine heute mit.
Das entspreche einem Anstieg um 30 Prozent im Vergleich zum Vormonat und um 70 Prozent im Vergleich zum Juli 2025. Eine Auswertung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Daten der ukrainischen Luftstreitkräfte ergab, dass die russische Armee im Juli eine Rekordzahl von Raketen auf die Ukraine abgefeuert hat.
In dem im Februar 2022 begonnenen Krieg in der Ukraine sind Hunderttausende Menschen – vor allem Soldaten auf beiden Seiten – getötet worden. Es ist damit der Konflikt in Europa mit den meisten Todesopfern seit dem Zweiten Weltkrieg.
Dunkelziffer deutlich höher
Die UNO zählt bisher 16.874 getötete Zivilisten, erklärt jedoch zugleich, dass die wahre Ziffer deutlich höher liegen dürfte, da die Opferzahlen in von Russland besetzten Gebieten der Ukraine nicht bestätigt werden könnten.
Zugleich hat auch die Ukraine ihre Angriffe auf russisches Gebiet verstärkt. Den russischen Behörden zufolge wurden im Juli 79 Zivilisten bei ukrainischen Angriffen getötet. Die UNO erklärte jedoch, sie sei nicht in der Lage gewesen, „diese Zahlen nach ihren Verifizierungsstandards unabhängig zu überprüfen, aufgrund mangelnden Zugangs und begrenzter Informationen“.