Österreich ist bei den Arbeitskosten in der Privatwirtschaft in einem EU-Vergleich Ende 2025 im Spitzenfeld gelegen. 46,30 Euro pro Stunde bedeuteten den fünften Platz in der EU. Dabei reichte die Spanne von Luxemburg mit 56,20 Euro bis Bulgarien mit 11,80 Euro.

Das ergab eine Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, die gestern veröffentlicht wurde. Der Durchschnitt der Arbeitskosten in der EU betrug 34,70 Euro.

Die Dynamik der hohen Arbeitskostenanstiege der Vorjahre schwächte sich 2025 insgesamt ab, hieß es. Die Arbeitskosten in der Privatwirtschaft erhöhten sich im EU-Durchschnitt um 4,3 Prozent. Die Zuwachsrate in Österreich von 4,5 Prozent fiel deutlich höher aus als jene von Deutschland (3,4 Prozent). Den höchsten Arbeitskostenanstieg verzeichnete Bulgarien mit 13,1 Prozent.

Lohnstückkosten deutlich erhöht

Die Lohnstückkosten, also die Arbeitskosten im Verhältnis zur Produktivität, stiegen laut Studie in Europa seit 2023 deutlich stärker als in den Jahren zuvor. Grund dafür seien die vielen Krisen nach der Coronavirus-Pandemie gewesen, also der Ukraine-Krieg, die chinesische Subventionspolitik, die US-Zölle und der Iran-Krieg mitsamt der Energiekrise.

Seit dem Jahr 2000 lag die Lohnstückkostenentwicklung im Euro-Raum im Jahresdurchschnitt bei 1,9 Prozent. In Österreich betrug sie 2,2 Prozent pro Jahr. In den Jahren 2023 bis 2025 nahmen die Lohnstückkosten jedoch durchschnittlich um 4,5 Prozent pro Jahr zu. Die stärksten Anstiege verzeichnete Österreich mit 6,4 Prozent.

Das Wachstum der Lohnstückkosten verlangsamte sich zuletzt wieder deutlich. Eine Rückkehr auf den stabilitätskonformen Zielpfad der EZB lag jedoch noch nicht vor, hieß es weiter.