Mehr als 750 staatlich betriebene Firmen sollen in Indonesien bis Jahresende geschlossen werden, wie Staatspräsident Prabowo Subianto heute im Parlament ankündigte.

Die Verwaltung des südostasiatischen Inselstaats habe insgesamt 1.074 Unternehmen gezählt, die in staatlicher Hand seien. „Ich dachte, es gebe nur 300 oder 400“, zeigte sich Prabowo überrascht über die Zahl. Nicht mehr als 300 sollten letztlich davon übrig bleiben.

Schlampige Bilanzen

„Nur diejenigen, die produktiv sind, nur diejenigen, die einen Mehrwert für die Menschen schaffen, werden beibehalten“, sagte der 65-jährige Schwiegersohn des langjährigen Diktators Suharto.

Zu viele der Betriebe seien nicht produktiv, hätten Gewinne gemeldet, aber tatsächlich Geld verloren. Das habe Fragen hinsichtlich der Genauigkeit ihrer Finanzberichte und der Qualität ihrer Unternehmensführung aufgeworfen, sagte der Präsident.

Staat praktisch überall in Wirtschaft beteiligt

In Indonesien ist der Staat an einem Großteil der Wirtschaft und in vielen Bereichen an Firmen beteiligt – vom Bankwesen über Energiekonzerne und Fluggesellschaften bis hin zu Telekommunikation, Bergbau und Infrastruktur. Mit den geplanten Schließungen oder Zusammenlegungen soll der staatliche Unternehmenssektor umfassend umgestaltet werden, um die indonesische Wirtschaft profitabler zu machen.

Der Präsident sagte zudem, er erwäge eine spezielle Gerichtsbarkeit einzurichten, welche den Fehlern der Führungsebenen jener Unternehmen in den letzten 30 Jahren nachgehen werde. Namen oder konkrete Vorwürfe nannte er dabei nicht.