Der gefeierte US-Regisseur Mark Rydell ist tot. Seine Nichte, Schauspielerin Maggie Wagner, bestätigte den Tod, wie das von Rydell mitbegründete „Actors Studio West“ in Los Angeles gestern der dpa mitteilte. Der Schauspieler und Filmemacher wurde 97 Jahre alt.

Zu seinen bekanntesten Filmen zählte das Familiendrama „Am goldenen See“ (1981), das dem damals bereits todkranken Henry Fonda und Kostar Katharine Hepburn einen Oscar einbrachte. Rydell war für den Oscar als bester Regisseur nominiert. Es war der einzige Film, in dem Henry Fonda und seine Tochter Jane Fonda gemeinsam vor der Kamera standen.

Rydell drehte zwei Filme mit Bette Midler: Mit ihrer ersten Hauptrolle in dem Spielfilm „The Rose“ (1979), in dem sie Aufstieg und Ende der Rock- und Blues-Sängerin Janis Joplin verkörperte, holte Midler auf Anhieb eine Oscar-Nominierung. Die zweite Nominierung als Hauptdarstellerin gab es für ihre Rolle in dem Drama „For the Boys – Tage des Ruhms, Tage der Liebe“ (1991).

Midler zollte Rydell Tribut. Sie schätzte sich so glücklich, ihn damals getroffen zu haben, denn er habe ihr so viel beigebracht, schrieb die Schauspielerin auf Instagram.

Viele Hollywood-Größen vor seiner Kamera

Für die Familiensaga „Menschen am Fluss“ (1984) holte Rydell Sissy Spacek und Mel Gibson als gebeutelte Farmer vor die Kamera, Spacek erhielt für ihre Hauptrolle eine Oscar-Nominierung. In „Begegnungen“ (1994) spielten Sharon Stone und Richard Gere unter seiner Regie ein gefrustetes Ehepaar. James Franco hatte 2001 seinen Durchbruch in Hollywood als James Dean in Rydells preisgekröntem Fernsehfilm „James Dean“.

Der gebürtige New Yorker, der zunächst Musik studiert hatte, lernte später sein Handwerk als Schauspieler am Actors Studio in New York und bei dem legendären Schauspiellehrer Sanford Meisner. Rydell wirkte in Film- und Fernsehproduktionen mit, bevor er in den 1960er Jahren hinter die Kamera wechselte und in Hollywood Fuß fasste.