Bei dem ersten Beben vor Flores war zuerst von rund 20 Opfern die Rede, im Laufe des Samstags wurden jedoch weitere Leichen gefunden. Bis zum Nachmittag seien 47 Todesopfer registriert worden, sagte der Leiter der nationalen Katastrophenschutzbehörde BNPB, Suharyanto, auf einer Pressekonferenz. Rund 2.000 Menschen hätten sich aus eigener Initiative in Sicherheit gebracht.

Das Beben hatte laut dem Seismologischen Zentrum Europa-Mittelmeer (EMSC) eine Stärke von 7,7 und ereignete sich in einer eher geringen Tiefe von 35 Kilometern, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete. Der Mittelpunkt lag etwa 70 Kilometer nordwestlich der Stadt Ende im Zentrum der Insel.

Augenzeugen berichten von „Panik“ nach Erdstoß

„Plötzlich begann es zu beben, und ich geriet in Panik“, sagte Lukas Lotar, der in einem Krankenhaus in der Stadt Maumere arbeitet, der Nachrichtenagentur AFP. „Auch Patienten flohen aus dem Krankenhaus“, berichtete der 31-Jährige. „Der Stoß war heftig. Ich sah Risse in einigen Wänden.“

Die indonesische Wetter- und Erdbebenbehörde warnte unmittelbar nach dem ersten Beben vor möglichen Tsunami-Wellen mit bis zu drei Metern Höhe. Die Katastrophenschutzbehörde rief die Bewohner der Küstengebiete „dringend auf, sich unverzüglich selbst in Sicherheit zu bringen“.

Die Menschen sollten sich „von der Küste entfernen, indem sie entweder mehr als zwei Kilometer ins Landesinnere ausweichen oder höher gelegene, hügelige Gebiete aufsuchen, die mehr als zehn Meter über dem Meeresspiegel liegen“, sagte Behördenvertreter Abdul Muhari im Fernsehen. Später wurde der Tsunami-Alarm wieder aufgehoben.

Zweites Beben mit Stärke 6,9

Nach einigen schwächeren Nachbeben bebte die Erde am Samstagabend erneut. Ein Beben der Stärke 6,9 traf die Insel Sumatra im Westen des südostasiatischen Landes, wie das US-Erdbebenzentrum (USGS) mitteilte.

Das Epizentrum lag dieses Mal bei Pematangsiantar, etwa 126 Kilometer südöstlich der Inselhauptstadt Medan. Das Beben ereignete sich in einer Tiefe von 183 Kilometern. Es wurde keine Tsunami-Warnung ausgegeben.

Indonesien wird wegen seiner Lage auf dem Pazifischen Feuerring häufig von Erdbeben erschüttert. Im Jahr 2004 war die Provinz Aceh bei einer Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe schwer zerstört worden, damals starben allein in Indonesien 170.000 Menschen.