Tage nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien schwindet die Hoffnung auf die Rettung von Überlebenden. Die Zahl der Todesopfer stieg bis gestern auf mindestens 294, wie die Katastrophenschutzbehörde des Landes mitteilte. Zudem werden 320 weitere Menschen vermisst, fast 4.000 wurden verletzt.
Der Schwerpunkt der Rettungsarbeiten verlagert sich zunehmend auf die Bergung von Toten aus den Trümmern eingestürzter Gebäude. „Wir haben nur noch eine Stelle, an der es Lebenszeichen gibt“, sagte der Feuerwehrhauptmann von Cali, Alberto Hernandez, der Nachrichtenagentur Reuters.
„An den anderen Orten befinden wir uns leider in der Phase der Bergung von Toten.“ In Cali, der drittgrößten Stadt des Landes, durchkämmten Helferinnen und Helfer weiterhin Berge aus Beton und Metall.
Das Beben der Stärke 7,4 hatte am Montag die Region um San Jose del Palmar erschüttert. Zahlreiche Wohnhäuser stürzten ein, Schulen, Kirchen und Krankenhäuser wurden von der Pazifikhafenstadt Buenaventura bis in die Kaffeeanbauregion und die großen Städte im Westen des Landes beschädigt. Mehr als zwei Drittel der Todesopfer gab es in den Städten Cali und Pereira. Die Lage für die Helfer bleibt gefährlich. Seit dem Hauptbeben wurden 269 Nachbeben verzeichnet.