In Brasilien haben die Spitzenkandidaten mit Großveranstaltungen den Präsidentschaftswahlkampf eröffnet. Der linksgerichtete Amtsinhaber Luiz Inacio Lula da Silva und sein aussichtsreichster Herausforderer, der Rechtspolitiker Flavio Bolsonaro, stimmten ihre Anhängerschaft in ihren Hochburgen gestern auf die Wochen bis zum Urnengang am 4. Oktober ein.
Der 80-jährige Lula strebt seine vierte Amtszeit an. „Solange ich lebe, werde ich nicht zulassen, dass die Rechte zurückkehrt“, begründete der Kandidat der Arbeiterpartei (PT) im städtischen Stadion von Sao Bernardo do Campo sein erneutes Engagement, wie auf dem Livestream von TV O Povo zu hören war.
Lula versprach, die Sozialprogramme der Regierung fortzusetzen, und kündigte an, geschlechtsspezifische Gewalt sowie das organisierte Verbrechen zu bekämpfen.
Bolsonaro attackiert Lula
Herausforderer Flavio Bolsonaro wählte für seine Auftaktveranstaltung den Copacabana-Strand von Rio de Janeiro. Dort hatte bereits sein Vater, der wegen versuchten Putschversuchs zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilte Ex-Präsident Jair Bolsonaro, größere Menschenmengen versammelt.
Der Herausforderer warf Lula vor, die Verschuldung Brasiliens erhöht, staatliche Unternehmen geschädigt und den Kampf gegen kriminelle Organisationen vernachlässigt zu haben. „Ich werde die Souveränität Brasiliens wiederherstellen“, versprach der 45-jährige Senator der Liberalen Partei (PL) mit Blick auf die Sicherheit in dem südamerikanischen Land.