Lithium-Batterien und Akkus, die im Restmüll oder im gelben Sack bzw. der gelben Tonne landen, stellen in Entsorgungsbetrieben dar, heißt es in einer Aussendung der Fachgruppe. Die Zahl der Brände steige kontinuierlich, was nicht nur für die Beschäftigten gefährlich sei, sondern auch Millionenschäden an Anlagen, Produktionsausfälle und steigende Versicherungskosten nach sich ziehen würde.
Thomas Kasper, Obmann der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement, fordert deshalb ein verbindliches Rücknahmesystem, das „Konsumentinnen und Konsumenten zur sicheren Rückgabe motiviert – durch ein Anreizsystem nach dem Vorbild des Flaschenpfands. Es kann nicht sein, dass unsere Betriebe weiter die Kosten und die lebensgefährlichen Risiken tragen müssen.“
Immer mehr Lithium-Batterien im Umlauf
Die zunehmende Verbreitung von Lithium-Batterien – etwa in Einweg-E-Zigaretten, blinkendem Kinderspielzeug oder singenden Grußkarten – verschärfe die Situation zusätzlich. Aktuelle Untersuchungen würden zeigen, dass sich die Zahl falsch entsorgter Lithium-Batterien im Restmüll innerhalb von zehn Jahren um rund 300 Prozent erhöht hätte.
Im Schnitt befinden sich der Aussendung zufolge pro Tonne Restmüll acht Lithium-Batterien. Gleichzeitig werde die Versicherbarkeit von Entsorgungsanlagen zunehmend zum Problem: Denn nach Bränden würden Prämien massiv ansteigen und Verträge gekündigt oder Versicherungen seien wirtschaftlich kaum mehr leistbar, weshalb auch WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker Handlungsbedarf sieht.
Hoffnungsschimmer nach Rundem Tisch
Mit Betroffenen fand zu dem Thema zuletzt ein weiterer Runder Tisch beim zuständigen Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) statt. Dabei habe sich Totschnig klar dazu bekannt, die Problematik aktiv weiterzuverfolgen, heißt es von der WKNÖ. Es soll zeitnah eine Task Force geben, um ein geeignetes Anreizmodell zu entwickeln, für das die Entsorgungswirtschaft bereits konkrete Vorschläge habe.
Dieser Austausch wird als wichtiger Schritt gesehen, nun müsse diesem rasch konkretes Handeln folgen. „Die Gefahr ist bekannt, die Lösungen liegen auf dem Tisch. Jetzt braucht es entschlossene politische Entscheidungen, damit Lithium-Batterien sicher gesammelt und fachgerecht entsorgt werden. Das schützt Menschen, Betriebe und unsere Umwelt gleichermaßen“, betont Kasper.