Die schwache wirtschaftliche Entwicklung hinterlässt auf dem niederösterreichischen Arbeitsmarkt deutliche Spuren. Besonders besorgniserregend ist die Lage in der Industrie. Hier gibt es mit einem Plus von 8,5 Prozent im Branchenvergleich den stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Die Zahl der Jobsuchenden stieg im ersten Halbjahr 2026 um 5,6 Prozent. Vor allem Frauen sind von der verschärften Lage am Arbeitsmarkt betroffen. Die Arbeitslosigkeit bei Frauen ist um 8,3 Prozent höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bei den Männern beträgt das Plus hingegen nur 3,4 Prozent.

Jobverlust im Handel betrifft vor allem Frauen

AMS-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern sagt gegenüber noe.ORF.at, gerade für Frauen sei die Situation herausfordernd. „Wir haben im Handel und in der Gesundheitsbranche steigende Arbeitslosenzahlen. Davon sind vor allem Frauen betroffen.“ Das nun schrittweise ansteigende Pensionsantrittsalter bei Frauen verschärfe die Lage zusätzlich.

Die Generation 50 plus ist von der steigenden Arbeitslosigkeit stark betroffen. Nach Angaben des AMS Niederösterreich gehört mehr als jeder dritte Jobsuchende dieser Gruppe an. Im ersten Halbjahr 2026 stieg die Arbeitslosigkeit bei den über 50-Jährigen um 6,2 Prozent. Auch in dieser Altersgruppe sind deutlich mehr Frauen als Männer von dem Anstieg betroffen. Bei den Frauen sind um 10,7 Prozent mehr auf Jobsuche, bei den Männern aber nur um 3,2 Prozent mehr.

Beruflicher Wiedereinstieg ist für Ältere schwieriger

„Eine Entlastung am Arbeitsmarkt ist weiterhin nicht in Sicht. Besonders Frauen der Generation 50 plus spüren die Folgen. Deshalb zählt jeder Tag. Unser Auftrag ist es, Arbeitslosigkeit möglichst kurz zu halten", betont Kern. Der berufliche Wiedereinstieg ist für Ältere aber mit höheren Hürden verbunden als für Jüngere.

Für die kommenden Monate sind die Aussichten am Arbeitsmarkt alles andere als rosig. „Wir gehen davon aus, dass im zweiten Halbjahr die Arbeitslosenzahlen weiter steigen werden“, so Kern. Das AMS rechnet damit, dass die Arbeitslosenquote in Niederösterreich mit 6,8 Prozent dennoch unter dem bundesweiten Ergebnis liegen wird (7,5 Prozent).