Die diskutierte Verlängerung des Zivildienstes auf zwölf Monate hätte zusätzliche Kapazitäten geschaffen und eine verlässliche Personalplanung ermöglicht, hieß es in einer Pressemitteilung des Samariterbunds, der der neuen Regelung skeptisch gegenübersteht.

„Wartezeiten von bis zu vier Stunden auf einen Krankentransport sind längst keine Ausnahme mehr. Angesichts der deutlich gestiegenen Herausforderungen ist eine bloß freiwillige Verlängerung des Zivildienstes eindeutig zu wenig“, stellte Samariterbund-Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller fest.

Positive Reaktionen

Positiv dagegen zeigte sich das Rote Kreuz Niederösterreich: Der aktuelle Beschluss stärke die „Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft und bietet eine gewisse Flexibilität, um auf zukünftige Entwicklungen reagieren zu können“, betont Präsident Hans Ebner. Der Zivildienst sollte laut Ebner eine attraktive Alternative für junge Männer bleiben. „Viele von ihnen bleiben auch nach dem Zivildienst als Freiwillige“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Die Lebenshilfe bewertet eine mögliche Verlängerung des Zivildienstes grundsätzlich positiv. Eine Verlängerung sei „durchaus sinnvoll und ermögliche mehr Zeit für die Einarbeitung“, so Generalsekretär Philippe Narval.

Gerade in der Begleitung von Menschen mit Behinderungen seien Zivildiener unverzichtbar. Viele würden nach ihrem Dienst im Sozialbereich bleiben. Eine freiwillige Verlängerung könnte zudem für zusätzliche Qualifizierungen genutzt werden.

Auch die Volkshilfe kann der Regelung etwas abgewinnen. Gleichzeitig warnte die Organisation davor, den Zivildienst als Ersatz für fehlendes Personal in sozialen Diensten zu sehen. Nötig seien vielmehr gezielte Investitionen in den Sozialbereich, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Der Zivildienst dürfe „nicht als Pflaster für die Risse in der zunehmend prekären Ausfinanzierung sozialer Dienstleistungen herhalten“, sagte Geschäftsleitungsmitglied Judith Ranftler.

Wehrdienst und Zivildienst bleiben gleich lang

Die Diakonie begrüßt, dass Wehrdienst und Zivildienst vorerst gleich lang bleiben. „Sollte die jetzt optionale Verlängerung des Zivildiensts um zwei Monate verpflichtend werden, würde das die problematische Ungleichbehandlung von Zivildienern und Wehrdienern fortschreiben“, teilte Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser mit. Wichtig sei außerdem, dass ein Freiwilliges Soziales Jahr weiterhin auf den Zivildienst angerechnet werden könne.