Die von der Graveurmeisterin Kirsten Lubach entworfene Briefmarke zeigt eine Stute mit den für die Rasse typischen blauen Augen mit ihrem Fohlen. Vorgestellt wurde die neue Briefmarke auf Schloss Hof. Dort lebt eine der letzten Populationen der Tiere.
Die Briefmarke hat laut Aussendung einen Nennwert von einem Euro (Tarif: Brief Österreich S), erscheint mit einer Auflage von 250.000 Stück und ist in allen Postfilialen, auf im Onlineshop der Post sowie beim Sammler-Service der Österreichischen Post erhältlich. Die Marken-Edition „Schloss Hof“ widmet sich zudem dem Hauptwohnsitz der Weißen Barockesel und dem bekanntesten der Marchfeldschlösser.
Am 31. Juli findet in Schloss Hof außerdem von 10.00 bis 16.00 Uhr ein eigenes Sonderpostamt statt. Besucherinnen und Besucher können dort die neue Briefmarke, das Set und die Marken-Edition erwerben, ihre Sendungen mit dem passenden Sonderstempel des Weißen Barockesels abstempeln lassen – und einen Blick auf die letzten Weißen Barockesel erhaschen, wurde in einer Aussendung angekündigt.
Nur noch wenige hundert Tiere
Der Aussendung zufolge besagt die weitverbreitete Geschichte, dass der Österreichisch-Ungarische Weiße Barockesel für die adelige Gesellschaft gezüchtet wurde, da helle Tiere als Lichtbringer galten, während dunkle Tiere den Tod voraussagten. Im Laufe der Jahrhunderte verschwand die Rasse dann bis auf ein paar vereinzelte Zuchttiere. Diese wurden erst in den 1980er-Jahren wieder entdeckt und bilden den heutigen Grundstein des rund 400 Tiere großen Bestands.
Die weiße Farbe des Fells, die als „cremello“ bezeichnet wird, sowie seine blauen Augen machen den Weißen Barockesel unverwechselbar. Die helle Färbung nennt man Flavismus, auch seine Haut und die Hufe sind nur schwach pigmentiert. Das Tier ist mittelgroß mit normal langem Fell und der typischen Stehmähne der Esel. Weiße Barockesel können 30 bis 40 Jahre alt werden und gelten als robust, genügsam und unerschrocken. Sie kommen u.a. als Reittier für Kinder, als Zugtier für leichte Kutschen und in der Tiertherapie zum Einsatz.
Seit 2016 ist der Weiße Barockesel als eigene Rasse anerkannt, zuständig für die Zucht ist der Zuchtverband „Stadl Paura“. Der Verein zur Erhaltung der Weißen Barockesel mit Sitz in Schloss Hof bemüht sich um den Fortbestand der stark gefährdeten Rasse, von der heute nur noch wenige hundert Exemplare im Zuchtbuch eingetragen sind. Populationen in Österreich gibt es vor allem auf Schloss Hof im Marchfeld und im Nationalpark Neusiedler See.